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Ist das ZDF vertrauenswürdig? Nein!

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Ist das ZDF vertrauenswürdig? Nein!

Das ZDF ist als öffentlich-rechtlicher Sender der Wahrhaftigkeit und Unparteilichkeit verpflichtet.
Der ZDF-Fernsehrat ist überfrachtet mit Politikern und staatsnahen Mitgliedern.
Fake-News des ZDF setzen ein großes Fragezeichen hinter seine Objektivität und Transparenz.
Fragwürdige Ausreden und fehlende Entschuldigungen des ZDF bei Falschdarstellungen irritieren.
Die Zwangsfinanzierung des ZDF müsste dringlichst auf den Prüfstand.

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk (ÖRR) ist verpflichtet, ein umfassendes, vielfältiges und ausgewogenes Programmangebot sicherzustellen beziehungsweise anzubieten. Er muss einen umfassenden Überblick über das internationale, nationale und regionale Geschehen in allen wesentlichen Lebensbereichen gewährleisten. Objektivität und Unparteilichkeit stehen dabei ganz oben in den Programmgrundsätzen, ebenso Transparenz und Wahrhaftigkeit. Kritiker des ÖRR werfen den Programmverantwortlichen vor, genau dieses nicht zu tun. Sie sehen statt einer neutralen Berichterstattung zur Förderung der Demokratie ein Propagieren der Regierungslinie und ein Wettern gegen die Opposition.
Zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk (ÖRR) gehören die ARD (Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland), das ZDF (Zweites Deutsches Fernsehen) und das Deutschlandradio. ARD, ZDF und Deutschlandradio werden vornehmlich durch den Rundfunkbeitrag finanziert, den Haushalte und bestimmte Betriebe in Deutschland zahlen. Weitere Finanzierungsquellen sind vor allem Werbung und Sponsoring, Verkauf von Senderechten, Merchandising (Vermarktung von Produkten, die mit dem Fernsehen in Verbindung stehen) und Vermietung von Studios. Das Deutschlandradio wird zusätzlich über Steuermittel finanziert. An Rundfunkgebühren nahm der ÖRR im Jahr 2024 8,74 Milliarden Euro ein, mit Werbung, Sponsoring etc. 10,3 Milliarden Euro.
Der ÖRR gilt offiziell als unabhängig vom Staat. Das bedeutet, es darf keine direkte staatliche Kontrolle über das Programm geben. Die Aufsicht erfolgt durch Rundfunk- und Verwaltungsräte mit Vertretern gesellschaftlich relevanter Gruppen. Beim ZDF stellt der Fernsehrat das zentrale Kontroll- und Beratungsgremium dar. Mit 60 Mitgliedern arbeitet er in Ausschüssen. Aktuell können im ZDF-Fernsehrat 30 Mitglieder Parteien zugeordnet werden. Gerda Hasselfeldt von der CSU ist die Vorsitzende des ZDF-Fernsehrats, der sich parteipolitisch aus CSU-, CDU-, SPD- und Grünen-Vertretern zusammensetzt, hinzukommen ein Politiker aus dem südschleswigen Wählerverband und eine Vertreterin aus dem Land Rheinland-Pfalz. Zählt man auch parteinahe oder ehemalige Politiker hinzu, so erhöht sich die Zahl der nicht staatsfernen Mitglieder um etliche mehr. Im ZDF-Fernsehrat mit seinen 60 Mitgliedern darf maximal ein Drittel (20 Sitze) staatsnah oder parteipolitisch sein laut des Bundesverfassungsgerichtsurteils von 2014 zur Staatsferne des ÖRR. Von dieser rechtlichen Vorgabe ist das ZDF weit entfernt, so dass man zu dem Schluss kommen kann, das ZDF wird staatsnah geführt.
Die Ministerpräsidentenkonferenz bestimmt, wer in den Fernsehrat kommt. Auf gut Deutsch: Parteipolitik steht vorne an, denn sonst würde die Ein-Drittel-Regel beachtet werden. Das erklärt möglicherweise auch, weshalb AfD- oder Repräsentanten der Linken im Fernsehrat nicht vertreten sind – man bleibt anscheinend unter sich und teilt sich entsprechend den Kuchen auf. Darin liegt wahrscheinlich auch die Ursache einer nicht vorhandenen Objektivität und Unparteilichkeit in der Berichterstattung, wodurch eine umfassende und ausgewogene Informationsvermittlung verloren geht.
So übernahm das ZDF ungefiltert und ungeprüft von der Denunziantenplattform Correctiv die Behauptung, bei einem Treffen in Potsdam im Januar 2024 sei im Rahmen eines Masterplans von Deportation und Abschiebung von Millionen Menschen, auch solcher mit deutscher Staatsbürgerschaft, gesprochen worden. Diese Nachricht erwies sich als falsch. Das ZDF gab vor Gericht laut des Onlinemagazins Report 24 an, dass eigene Recherchen aus Zeitgründen in aller Regel nicht möglich seien. Das kann aber nicht der Grund sein, dass das ZDF seine Fake-Nachricht weiter verbreitete, obwohl gerichtsbewährt schon seit längerem bekannt war, dass sie falsch gewesen ist. Berichtet über die gerichtliche Niederlage und die Falschdarstellung hat das ZDF nicht, auch eine Entschuldigung gab es nicht. Damit zeigt das ZDF an, dass von Objektivität und Unparteilichkeit keine Rede sein kann.

Am 15. Februar 2025 strahlte das heute-Journal im ZDF einen Beitrag über die „US-Abschiebebehörde“ ICE (United States Immigration and Customs Enforcement) aus. Die Moderation hatte Dunja Hayali. Die Moderatorin warnte in der Präambel des Beitrags, dass Videobeiträge anderweitig zuweilen nicht echt seien. Dann folgte der ZDF-Beitrag, der selbst teils nicht echt war, sondern ein KI-Fake-Video zum ICE-Einsatz enthielt, das Kinder zeigt, die sich an ihre Mutter klammern aufgrund einer Abschiebung. Im Weiteren sah man eine Einfügung eines Jahre alten Videos eines Jungen, der von einem Polizisten festgenommen wurde, weil er eine Amokdrohung ausstieß. Diese Szene aus dem Jahr 2022 wurde als Abschiebung eines Kindes aus dem Migrationsmilieu ausgegeben. Die beiden Fake-Szenen wurden dem Zuschauer als aktueller, realer ICE-Einsatz verkauft.
Zahlreiche Proteste gingen deshalb bei ZDF ein, wodurch sich der Intendant, Dr. Norbert Himmler, veranlasst sah, Stellung zu nehmen. Er konstatierte, dass die Autorin des Berichts in erheblichem Maße gegen die geltenden Standards verstieß. Der Redaktion des „heute-Journal“ hätte bei der Abnahme des Beitrags die KI-generierte Bildsequenz auffallen müssen führte der Intendant fort. Hinsichtlich der 2022er Szene erklärte er: „Eine Überprüfung dieser Videoszene und ihres Ursprungs ist entgegen der im ZDF geltenden Standards nicht erfolgt.“
Als Erklärung für das mediale Desaster führt Dr. Himmler an: „Eine erste Version des Beitrags lief bereits im ZDF-Mittagsmagazin vom 13.02.2025. Diese war nicht zu beanstanden. Im redaktionellen Alltag ist es durchaus üblich, dass bereits gesendete Beiträge für die Ausstrahlung in einem weiteren Format in der Länge angepasst, inhaltlich erweitert bzw. um zusätzliches Bildmaterial ergänzt werden. Dies dient in der Regel dazu, Inhalte zu vertiefen und Redundanzen für das Publikum zu vermeiden. Im vorliegenden Fall bot die Autorin des Beitrags der Redaktion an, für die Ausstrahlung im heute-Journal in Teilen anderes Bildmaterial zu verwenden, um dem Beitrag gegenüber der vorherigen Fassung mehr Varianz zu geben. Dadurch kamen die fehlerhaften Bilder in den Beitrag.“
Weil die Verstöße eine derartige Schwere hatten, wurde die Autorin des Beitrags von ihrer Funktion abberufen. Zudem sollen Schulungen für Mitarbeitende zum Umgang und den Risiken von KI durchgeführt werden. Wiederum wird deutlich, dass das ZDF anscheinend überfordert ist bei den Kriterien Wahrhaftigkeit und Objektivität.
In Report 24 wird berichtet, im Nachgang zu der Fake-Ausstrahlung des ZDF gab es eine außerordentliche Betriebsversammlung. Dort musste ZDF-Chefredakteurin Bettina Schausten zugeben, dass die gefälschte KI-Video-Sequenz „wissentlich“ in den ausgestrahlten Bericht geschmuggelt wurde. Laut Report 24 gab Schausten unumwunden zu, dass man der Öffentlichkeit nach dem Vorfall „nicht die Wahrheit gesagt“ habe. Das digitale Medium bringt es auf den Punkt: „Sie senden nicht, was ist, sondern wie sie die Welt gerne hätten!“

Finanzieren muss diese arglistige Täuschung der Bürger mit der Zwangsabgabe von 18,36 Euro jeden Monat. Von den 10,3 Milliarden Euro Einnahmen des ÖRR im Jahr 2024 entfielen auf das ZDF 2,54 Milliarden Euro. Wenn bei dieser Summe eine Recherche nicht möglich ist, wie das ZDF im Correctiv-Fall einräumte, dann läuft etwas Grundsätzliches schief beim ZDF. Wenn das ZDF bewertend statt berichtend agiert, zerstört es das Vertrauen der Zuschauer, die Legitimität der Gebühren und den Kernauftrag des Rundfunks schlechthin.

Es muss nicht immer der große ZDF-Aufreger sein, der dem Publikum eine Realität vorgaukelt, die gar nicht vorhanden ist. Oft sind es kleine, beiläufige Falschdarstellungen, so zum Beispiel geschehen bei der Landtagswahl Baden-Württemberg. Mehrfach wurde ein Tag nach der Wahl ein völlig verzerrtes Tortendiagramm den Zuschauern präsentiert, das am Tag zuvor noch korrekt war. Die 35 AfD-Sitze wurden im Diagramm nur geringfügig größer dargestellt als die 10 SPD-Sitze. Solche „Kleinigkeiten“ sind eine arglistige Täuschung der Zuschauer. Die ZDF-Verantwortlichen dürften die Propagandaweisheit kennen, ein Bild prägt sich besser ein als tausend Worte. Wurde die Falschdarstellung deswegen umgesetzt?

Aufgrund dieser und anderer Fehltritte des ZDF stellt sich die Frage, inwieweit kann sich ein Sender auf eine Zwangsfinanzierung durch Bürger berufen, wenn er immer wieder Meinungen oder Fake-News statt Nachrichten verbreitet. Vom Auftrag „Ausgewogenheit und Transparenz“ kann keine Rede mehr sein. Die Glaubwürdigkeit des Senders und das Vertrauen in den Sender schmelzen dahin, wenn Tatsachenbehauptungen Meinungsäußerungen und Falschdarstellungen weichen müssen. Eine Zwangsfinanzierung des ZDF müsste auf den Prüfstand, denn sie ist nicht mehr nachvollziehbar.

Wenn es Ihnen, verehrte Leser, mit Falschdarstellungen im ZDF zu bunt wird, nutzen Sie ruhig einmal Ihr Recht, sich dort zu beschweren und Auskunft einzufordern. Der Link zur Beschwerde beim ZDF-Fernsehrat lautet: https://kontaktaufnahme.zdf.de/foermliche-programmbeschwerde

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