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Der richtige Handschlag zur falschen Zeit. 3. Mahnwache für Johanna Findeisen.

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Der richtige Handschlag zur falschen Zeit. 3. Mahnwache für Johanna Findeisen.
Die 3. Mahnwache für Johanna Findeisen am 10. April 2026 auf der Überlinger "Hofstatt"

Ist der richtige Handschlag zur falschen Zeit immer noch oder wieder einmal Grund genug, um unliebsame Zeitgenossen wegzusperren? Diese Frage stellte Stef Manzini aufgrund einer Parallele zwischen Johanna Findeisen und ihrem Großonkel Hans Großpeter bei der 3. Mahnwache in Überlingen am Bodensee.

Hans Großpeter, der Großonkel von Johanna Findeisen, begrüßte nach der Reichskristallnacht am 10. November 1938 jüdische Mitbürger auf offener Straße mit Handschlag.

Dafür wurde Hans Großpeter vom damaligen Nazi-Regime mit insgesamt sechseinhalb Jahren Gefängnishaft, auch im Konzentrationslager Dachau, bestraft.

Johanna Findeisen begrüßte am 1. Juli 2022, dem Tag des 20. jährigen Gedenkens an den Flugzeugzusammenstoß, die russische Gesandtschaft an der Gedenkstätte in Überlingen mit einem Handschlag. Alle Honoratioren der Stadt Überlingen verweigerten diesen Handschlag aufgrund des russischen Angriffskriegs (Februar 2022) in der Ukraine.

Johanna Findeisen sitzt nunmehr seit 1054 Tagen in Untersuchungshaft, im sogenannten „Reichsbürgerprozess“ in Frankfurt am Main.

Hans Großpeter wurde seine offenkundige Missachtung der „Regeln“ und seine Solidarität gegenüber den Juden zum Verhängnis.

Johanna Findeisen wird auch aufgrund ihres respektvollen Umgangs mit einem russischen Konsul, der gekommen war, um den 49 Kindern aus Baschkortostan (Baschkirien), die bei dem Flugzeugzusammenprall 2002 ihr junges Leben verloren, zu gedenken, bezichtigt, bei den Russen um Waffenhilfe für einen Regierungsumsturz in Deutschland geworben zu haben.

Was für eine bemerkenswerte Parallele, rief Stef Manzini, die bei jeder Mahnwache die Hauptrede hält. 84 Jahre liegen zwischen diesen beiden Ereignissen. Ist der richtige Handschlag zur falschen Zeit verhängnisvoll? Von ihrem Großonkel gewissermaßen in die Wiege gelegt hat Johanna Findeisen diesen feinen Sensor für Ungerechtigkeit, folgerte die Journalistin der stattzeitung. Hans Großpeter war der Bruder von Johanna Findeisens Vater, ihre Großmutter war zu einem Viertel jüdisch. Der durch die KZ-Haft schwer gezeichnete Mann schrieb später das Buch: „Mit dem Rücken an der Wand“.

Damit sich Johanna Findeisen nicht nur mit dem Rücken an der (Gefängnis)Wand befindet, treffen sich an jedem ersten Freitag im Monat um 18 Uhr Menschen mitten im Herzen von Überlingen, auf dem Marktplatz „Hofstatt“, zu einer Mahnwache, um einer Frau aus ihrer Mitte Solidarität zu bezeugen – und Haftgrund, Haftdauer sowie Haftbedingungen anzuprangern. Die rund 70 Teilnehmer der 3. Mahnwache am 10. April sind sich darin einig, dass Johanna Findeisen eine politische Gefangene ist und die Dauer der Untersuchungshaft von fast drei Jahren in keinem Verhältnis zu dem steht, wessen sich Findeisen schuldig gemacht haben soll.

In ihrer gefühlvollen Begrüßungsrede fragte Veranstalterin Eva Liess, warum wird dieser Frau das angetan, und was hat sie überhaupt getan, das eine so lange Haft und all die Haftschikanen rechtfertigen könne?

„Eine Regierung, die primär Gewalt anwendet, verliert die eigentliche politische Basis“, zitierte Stef Manzini ein Wort von Hannah Arendt. Johanna Findeisen hat sich in der inszenierten Corona-Pandemie politisiert (die Basis) und engagiert sich vor allem für bedrängte Kinder.
Dabei blieb die Politikerin bei ihren Auftritten stets eine vehemente Verfechterin für respektvolles und vor allem friedliches Miteinander.
Eva Liess kann nicht glauben, dass Johanna Findeisen unter Anwendung von Gewalt irgendetwas im Land verändern wollte. Veränderungen wünschte sich Findeisen, aber auf friedlichem Weg. Die Anklage der Generalstaatsanwaltschaft auf Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und Hochverrat ist Eva Liess und den Teilnehmern der Mahnwache daher schleierhaft.

Einen Teil der aktuellen Haftschikanen, die Johanna Findeisens Strafverteidiger, der Rechtsgelehrte Prof. Dr. Martin Schwab, immer wieder in seinen „Updates“ zum Fall bekannt macht, las Stef Manzini dem Publikum vor, beginnend mit Schwabs Resümee: „Es hat sich nichts verbessert“. Diese Haftschikanen und die Vorwürfe von sogenannter weißer Folter sind nachzulesen auf den Webseiten: „Free-Findeisen.de“ und „Folter-nein-danke.eu“. Alle Artikel zum „Fall-Findeisen“ finden sich außerdem auf stattzeitung.net, in der Kopfleiste unter „Free Findeisen“.

Einen Blumenstrauß zu Weihnachten erhielt Findeisen beispielsweise nur, nachdem eine Mitarbeiterin der JVA zunächst Blumen entfernt, laut Johanna Findeisen „die schönsten“, und diesen dann zwei Stunden ohne Wasser in ihrem Büro auf dem Tisch hatte liegen lassen. Was geht von einem Blumenstrauß für eine Gefahr aus? Warum werden Blumen daraus entfernt? Warum lässt man den Strauß dann verdorren? Das ist nicht nur schikanös, sondern auch Diebstahl. Diese Mitarbeiterin sollte tunlichst von ihren „Aufgaben“ freigestellt werden. Warum diese vielen Haftschikanen ausgerechnet bei einer Frau, deren „Schuld“ überhaupt noch in keiner Weise bewiesen ist – ja womöglich nie bewiesen wird, weil sie schuldlos sein könnte, de facto jedenfalls ist sie immer noch ein „Untersuchungshäftling“ – in dubio pro reo!

Diese Mahnwache war sehr emotional, sehr mitfühlend und harmonisch, sagte eine Teilnehmerin im Anschluss an die Veranstaltung. Besonders der „Energie-Kreis“, den die Mitwirkenden unter den Klängen der Schamanenflöte von „Uwe“ am Ende gebildet hatten, gefiel der Frau. „Wir stellen uns jetzt alle vor, dass Johanna bei uns in Freiheit ist“, erklärte Eva Liess. Die Teilnehmer der Mahnwache nahmen auch Johanna Findeisens Eltern in ihre Mitte. Alle Mitstreiter zeigten Zivilcourage und wollen jeden Monat wieder kommen, so lange, bis Findeisen in Freiheit ist.

Die technische Begleitung, mit musikalischen Einlagen, übernahm wieder der Überlinger Stadtrat Thorsten Peters von der AfD. Besonderer Dank gilt auch Marco Ligon (Zeitzeuge M), der ein sensibles „YouTube-Video“ von der Mahnwache gemacht hat und jede Veranstaltung begleitet. Das Video zur Mahnwache sehen Sie hier:
https://youtu.be/aWCzaVuCNdg?is=w77eFFnQSXMfwOIx

Die nächste Mahnwache wird aufgrund des 1. Maifeiertags am 8. Mai 2026 um 18 Uhr auf der Überlinger Hofstatt stattfinden. Dort wird, wie bei den bisherigen Mahnwachen, auch anderen politischen Gefangenen, wie zum Beispiel der „Mutärztin“ Dr. Bianca Witzschel, gedacht.

Is the right handshake at the wrong time still or once again reason enough to lock away unwelcome contemporaries? This question was posed by Stef Manzini based on a parallel between Johanna Findeisen and her great-uncle Hans Großpeter at the 3rd vigil in Überlingen on Lake Constance.

Hans Großpeter, the great-uncle of Johanna Findeisen, greeted Jewish fellow citizens on the open street with a handshake after the Reichspogromnacht on November 10, 1938.

For this, Hans Großpeter was punished by the Nazi regime at the time with a total of six and a half years in prison, including in the Dachau concentration camp.

Johanna Findeisen greeted the Russian embassy on the day of the 20th anniversary of the plane collision, July 1, 2022, at the memorial site in Überlingen with a handshake. All the dignitaries of the city of Überlingen refused this handshake due to the Russian war of aggression (February 2022) in Ukraine.

Johanna Findeisen has now been in custody for 1054 days in the so-called "Reichsbürger trial" in Frankfurt am Main.

Hans Großpeter's open disregard for the "rules" and his solidarity with the Jews became his downfall.

Johanna Findeisen is also being accused, due to her respectful treatment of a Russian consul who had come to commemorate the 49 children from Bashkortostan (Bashkiria) who lost their young lives in the plane collision in 2002, of soliciting arms assistance from the Russians for a government overthrow in Germany.

What a remarkable parallel, called Stef Manzini, who gives the main speech at every vigil. 84 years lie between these two events. Is the right handshake at the wrong time fateful? Johanna Findeisen has, so to speak, been placed in the cradle with this fine sensor for injustice from her great-uncle, concluded the journalist from the stattzeitung. Hans Großpeter was the brother of Johanna Findeisen's father; her grandmother was one-quarter Jewish. The man, severely marked by the concentration camp imprisonment, later wrote the book: "With My Back Against the Wall".

So that Johanna Findeisen is not only with her back against the (prison) wall, people meet every first Friday of the month at 6 p.m. in the heart of Überlingen, on the market square "Hofstatt", for a vigil to show solidarity with a woman from their midst – and to denounce the reason for detention, the duration of detention, and the conditions of detention. The approximately 70 participants in the 3rd vigil on April 10 agree that Johanna Findeisen is a political prisoner and that the duration of pretrial detention of almost three years is in no proportion to what Findeisen is alleged to have done.

In her emotional welcoming speech, organizer Eva Liess asked why this is being done to this woman, and what has she even done that could justify such a long detention and all the prison harassments?

"A government that primarily applies violence loses the actual political base," quoted Stef Manzini a word from Hannah Arendt. Johanna Findeisen became politicized in the staged Corona pandemic (the base) and is primarily engaged for beleaguered children.
At the same time, the politician remained in her appearances a vehement advocate for respectful and above all peaceful coexistence.
Eva Liess cannot believe that Johanna Findeisen wanted to change anything in the country through the application of violence. Findeisen wished for changes, but on a peaceful path. Therefore, the indictment by the General Public Prosecutor's Office for membership in a terrorist organization and high treason is incomprehensible to Eva Liess and the vigil participants.

A part of the current prison harassments, which Johanna Findeisen's defense attorney, the legal scholar Prof. Dr. Martin Schwab, repeatedly makes known in his "updates" on the case, Stef Manzini read to the audience, beginning with Schwab's summary: "Nothing has improved." These prison harassments and the allegations of so-called white torture can be read on the websites: "Free-Findeisen.de" and "Folter-nein-danke.eu". All articles on the "Findeisen case" can also be found on stattzeitung.net, in the header under "Free Findeisen".

For example, Findeisen received a bouquet of flowers for Christmas only after an employee of the prison first removed flowers, according to Johanna Findeisen "the most beautiful ones", and then left this for two hours without water on the table in her office. What danger emanates from a bouquet of flowers? Why are flowers removed from it? Why then let the bouquet wither? This is not only harassing but also theft. This employee should urgently be relieved of her "duties". Why these many prison harassments precisely with a woman whose "guilt" has not been proven in any way at all – and possibly never will be, because she could be innocent, de facto she is still a "pretrial detainee" – in dubio pro reo!

This vigil was very emotional, very compassionate and harmonious, said a participant after the event. Especially the "energy circle" that the participants had formed at the end under the sounds of the shaman flute by "Uwe" pleased the woman. "We now imagine that Johanna is with us in freedom," explained Eva Liess. The vigil participants also took Johanna Findeisen's parents into their midst. All fellow campaigners showed civil courage and want to come every month again, as long as it takes until Findeisen is free.

The technical accompaniment, with musical interludes, was again provided by the Überlingen city councilor Thorsten Peters from the AfD. Special thanks also go to Marco Ligon (contemporary witness M), who made a sensitive "YouTube video" of the vigil and accompanies every event. You can see the video of the vigil here:
https://youtu.be/aWCzaVuCNdg?is=w77eFFnQSXMfwOIx

The next vigil will take place on May 8, 2026, at 6 p.m. on the Überlingen Hofstatt due to the May 1 holiday. There, as in the previous vigils, other political prisoners, such as the "courageous doctor" Dr. Bianca Witzschel, will also be remembered.

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