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“Hüte dich vor Schalentieren.” Ein “Making-of” zum Interview mit Alice Weidel.
- Die eine einzige entscheidende Frage wurde gestellt- und beantwortet.
- Nie ist ein stattzeitung.org-Interview mit dem Spitzenstar der AfD Routine.
- Ein Blick hinter die Kulissen des immer wieder neu aufregenden Ereignisses einer der angesagtesten Politikerinnen Europas Fragen stellen zu können- und Antworten zu erhalten.
- Was Schalentiere dabei für eine Rolle spielten, lesen Sie selbst.
Stadthalle Donaueschingen. Wir kommen an. Freundliche Polizeibeamte erlauben uns die Durchfahrt in den gesperrten Bereich direkt vor die Halle. Wir haben uns als Presse ausgewiesen, und können so unser Equipment ausladen. Es ist 17 Uhr, in zwei Stunden beginnt der ”Bürgerdialog” mit dem Kandidaten für das Ministerpräsidentenamt Markus Frohnmaier und seinen Kollegen aus dem Bundestag, Martin Hess, Marc Bernhard- und mit AfD-Superstar Alice Weidel. Es sind bereits unglaublich viele Leute da, und vor dem Entre herrscht das übliche gepflegte Gedränge. Die Gegendemonstration findet nicht in unmittelbarer Sichtweise, sondern auf einem Platz um die Ecke statt. Sensible Planung der Behörden sorgt für Entspannung. Die ”AfDler” freuen sich, einmal nicht stundenlang angeschrien zu werden, sondern ”ungestört” dahin gehen zu können, wo sie hingehen wollen. Ohne oft übliche ”Antifa-Einpeitscher” sind auch die ”bunten Bürger” gut drauf, einer spielt sogar Klavier. So lässt sich Meinungsvielfalt gestalten, und dass es viele Meinungen gibt, ist gut. Irre ich mich oder ändert sich gerade auch die Stimmung bei den Behörden, gemäß der Stimmung im Land?
Wir, stattzeitung.org-Autor und Pressefotograf Michael Freiherr von Lüttwitz und ich, ”geraten” nun unweigerlich in die notwendigen Personenkontrollen. Diesmal haben wir nicht nur Rucksäcke mit Technik, die genau untersucht werden müssen, sondern auch einen Begleithund, den kleinen Henry, mit dabei. Es braucht viel Dialogbereitschaft und Erklärungen. Alle, die AfD-Security und die BKA-Beamten, sind hochkonzentriert- niemand stört das, denn oberste Priorität ist die Sicherheit aller Anwesenden. Eine Frau erkennt uns und bringt vom Catering sogar eine Flasche Wasser vorbei, denn wir können unseren zugewiesenen Platz am Rande des Foyers nun nicht mehr verlassen. Wie aufmerksam und freundlich von ihr. Herzliches ”Vergelt’s Gott”. Unser ”Türöffner” ist das geplante Interview mit Alice Weidel. Die Sicherheitsleute verstehen, diskutieren, halten Rücksprache. Alle sind bestrebt, beste Voraussetzungen für dieses Interview zu schaffen. Wir stechen damit heraus aus dem Pulk der ”Mainstream-Journalisten, die dieses Privileg nicht haben. Endlich haben wir auch alle ”Bändchen” die uns legitimieren uns relativ frei zu bewegen. Michael von Lüttwitz macht noch rasch Fotos der Gegendemonstration, ich achte auf mein Hündchen. Henry ist brav in seiner Tasche. Ein echt netter BKA-Beamter passt, derweil ich nochmal zum ”Bändchentisch” muss, auf meinen Henry auf. Danke schön. Ich kriege das ganze Gewusel um mich herum nur marginal mit, bin im Kopf fokussiert auf das Interview. Wo? Wird es hell genug sein? Wann kommt SIE? Wie viel Zeit werden wir haben? Ich muss flexibel sein und mehrere Versionen von Fragen im Kopf durchgehen.
Jetzt haben sich Organisatoren und Sicherheitskräfte entschieden, wir können schon mal auf die, noch leere Pressetribüne. Es ist 18 Uhr. Für uns wird es auch langsam Zeit, denn wir müssen ja noch unser kleines Aufnahmeset aufbauen. Oben ist es spürbar ruhiger, unten füllt sich die große Donauhalle. Nun sind wir voll auf die Technik fokussiert. Wo werden wir beim Interview stehen? Gibt es genügend Abstand zur Kamera? Wie sind die Lichtverhältnisse? Wie der Hintergrund? Großmonitore an den Hallenwänden erzeugen im Hintergrund ein Flimmern bei der Aufnahme. Michael und ich ”stehen” immer wieder Probe, testen, auch den Ton. Dann eine rasche Konversation mit Frau Dr. Weidel per Smartphone. Alice Weidel möchte ungern in der Halle interviewt werden. Das ist klar, denn dazu braucht es Ruhe. Schnell wird umgeplant, denn man möchte auch auf Seiten des Sicherheitspersonals und der AfD-Verantwortlichen dieser Veranstaltung den Wünschen der Spitzenpolitikerin auf jeden Fall weitgehend entgegenkommen.
Ok, Set wieder abbauen, denn im Backstage-Bereich ist eine neue Location für das Interview gefunden. Die Zeit schreitet voran, nun ist es schon gegen 18.30 Uhr. Die Veranstaltung soll um 19 Uhr beginnen. Weidel ist Rednerin Nummer eins. Das haben wir nun alle im Kopf, und rennen gewissermaßen mit unserer ”Technik” und dem kleinen Hund im Schlepptau die Treppen herunter- und herauf. Ein langer kalter grauer Flur mit vielen Türen links und rechts. Oje, das ist kein repräsentativer Ort. Der Mut sinkt. Doch was ist das? Hinter einer Glastür erspähe ich zwei schwarze Sessel und einen kleinen Tisch vor einem Fenster. Das ist es. Da müssen wir hin, sage ich zum Sicherheitschef. Die Beamten vom Bundeskriminalamt müssen Frau Dr. Alice Weidel besonders schützen, gehört sie doch zu den bekanntesten, aber zugleich auch zu den gefährdetsten Personen in diesem Land. Das hat oberste Priorität, dem wird alles untergeordnet. Der Polizeibeamte überlegt. Wer hat den Schlüssel? Bitte, da müssen wir hin, sage ich nochmal mit Nachdruck. Der Schlüssel wird gebracht, die Glastür geht auf, die Uhr tickt. Weidel wird um 18.45 Uhr eintreffen. Das ist knapp, denke ich, aber diese Frau hat einen vollen Terminkalender, und einen durchgetakteten Arbeitstag. ”Laber und Ole”, kleine Kostprobe vom Soundcheck im Kurzvideo am Artikelende.
Kurzversion, nur zwei Fragen, aber die richtigen auswählen, mit dem größtmöglichen Erkenntnisgewinn für unsere stattzeitungs-Leser. Jetzt bloß nichts falsch machen. Au wei, die Muscheln vom Mittagstisch machen sich unangenehm bemerkbar. Es rumort im Bauch. Diese Biester, ich liebe Muscheln, haben mich schon den ganzen Nachmittag geplagt. Aber jetzt ist es zu spät für egal was. ”Hüte dich vor Schalentieren”. Plötzlich ist er in meinem Kopf. Dieser eine einzige Satz. Meine Mutter hat mir diesen Ratschlag vor 40 Jahren erteilt, sie hat nie Muscheln gegessen. Ihr ganzes Leben lang nicht. Schweiß bildet sich auf meiner Stirn, es ist kein Angstschweiß vor der Begegnung mit der prominenten Frau, sondern es sind glasklar die Muscheln. Ich kann jetzt nicht mehr weg. Set aufbauen. Das Fenster macht Probleme, man sieht noch im Hintergrund Polizeifahrzeuge, und der Techniker hinter unserer Kamera spiegelt sich im Bild. Puh. Hier will ich jetzt an dieser Stelle eine Lanze für eine minimale Aufnahmetechnik mit maximaler Entfaltung brechen. Große Kameratechnik und Scheinwerfer, über die wir auch verfügen, wäre angesichts dieser Umstände komplett nutzlos gewesen. Das iPhone, welch Wunder, aber Eingeweihte wissen längst Bescheid, macht's möglich. Oft sind wir auf diese effektive Minitechnik angewiesen, immer da wo das große Geschirr nicht zum Einsatz kommen kann. Wieder austarieren, Probe sitzen, Mikrophone überprüfen...
Ich muss diesen blöden Satz mit den Schalentieren aus meinem Kopf kriegen. Jetzt. Denn jetzt ist SIE da. Alice Weidel. Nur Zeit für ein schnelles, atemloses ”Hallo”. Adrenalin. Mikrophone an. Auf die Sessel, fertig los. Das geht übrigens nur mit einem Medienprofi wie Weidel. Ohne nochmal irgendwas probeweise zu checken sind wir alle vier, einer hinter der Kamera, zwei davor und einer im Körbchen jetzt im Interview.
Die eine einzige entscheidende Frage habe ich Alice Weidel im Interview gestellt. Welche Frage das wohl ist und was die AfD-Frontfrau darauf geantwortet hat, hören und sehen Sie im exklusiven Interview von stattzeitung.org, was wir Ihnen natürlich nicht vorenthalten werden, sondern direkt morgen am Montag, dem 27. Oktober 2025 online stellen. Soviel sei bereits mit Vergnügen vorab verraten: Hund Henry spielt, natürlich neben Frau Weidel, im Interview eine tragende Rolle. ?
Wie es nach dem Interview weiterging? Gleich wird Alice Weidel auf der Bühne stehen. Begrüßt vom frenetischen Applaus ihrer Anhänger. Sie wird eine ”Power-Rede” halten, und einmal erklären, was für sie extrem ist, und wer für sie die Extremisten sind. Dazu mehr in unserem ausführlichen Artikel über die Veranstaltung vom 25. Oktober 2025 im Laufe der nächsten Tage. Für uns hieß es jetzt: Technik wieder abbauen. Schweiß aus dem Gesicht wischen. Bedürfnissen nachkommen. Der schnelle Blick der Kontrolle, ist auch alles aufgenommen? Ton und Bild perfekt? Erleichterung in jeder Beziehung. Wieder rauf auf die Pressetribüne, mittlerweile ”proppenvoll” auch mit Gästen des Abends, denn der Andrang war so groß, dass gar nicht alle Menschen, die gekommen waren, in der Donauhalle Platz fanden. Allerdings jetzt, da wir das zweite Mal dort Platz nehmen, mit einem Seitenblick auf die Kollegen der diversen Mainstream-Medien- und dem unwiderstehlichen Gefühl: Wir haben das Interview, das ihr nicht kriegt. Entspannen können wir uns jedoch noch nicht ganz, denn jetzt kommen die Redner auf die Bühne und es wird laut. Henry, der kleine Tausendsassa nimmt's gelassen, er ist der Hund der Journalistin. Wir machen uns unsere Notizen und Fotos, damit wir jenen, die nicht dabei sein konnten, einen gehaltvollen Bericht vom Abend im Schwarzwald, präzise gesagt ”auf der Baar” nachliefern können. Das ist jetzt gut geübte Routine.
Es war ein ”Hammer-Abend” in großartiger Stimmung, so kann man die Atmosphäre bei der Veranstaltung zusammenfassen. Nach Weidel und Frohnmaier müssen wir gehen, Dem Hündchen reicht es nun wirklich, aber wir sind auch beide ”durch”. Der Abend endet für uns, ausnahmsweise, bei McDonalds- das ist noch offen und wir haben uns unsere Pommes und unsere Cola nun auch verdient. Zugegeben, es waren auch Burger dabei.
”Die eine einzige entscheidende Frage”, morgen, Montag, dem 27. Oktober 2025 kommt das stattzeitung.org-Interview mit Dr. Alice Weidel (AfD). Sie dürfen jetzt schon gespannt sein auf Alice Weidels Antwort auf diese Frage- und auf ihr Bekenntnis ”Ich liebe H....”
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