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Ohne Moos nix los.

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Ohne Moos nix los.

Wie auf ein gefundenes Fressen stürzen sich die Mainstream-Medien auf die Gehaltserhöhung der AfD-Spitze. Gerade veröffentlicht von t-online, und daraufhin im gesamten Deutschen Blätterwald der Mainstream-Medien präsent. Alice Weidel und Tino Chrupalla, die Bundessprecher der Alternative für Deutschland, genehmigten sich einen tiefen Schluck aus der “Gehaltspulle”, und erhalten laut Medienberichten nun rund 30.000 Euro monatlich. Darin sind die Aufwandsentschädigungen erhalten, ihr Abgeordnetengehalt verdoppelt sich aber quasi damit.

Womit Mainstream-Journalisten süffisant eine Neiddebatte entfesseln, um damit neben den ständigen Hitzewarnungen ihr Sommerloch zu füllen, entpuppt sich bei genauerer Recherche jedoch als eine Art Rohrkrepierer.

Der übervolle Terminkalender, 14 - 16 Stundentage und ein großes persönliches Risiko dürfte sich bei den AfD-Chefs mit dem Arbeitspensum von Friedrich Merz messen lassen. Der Bundeskanzler von der CDU erhält monatlich 31.200 Euro- aus Steuergeldern. Nebeneinkünfte, also auf das Gehalt obendrauf, nicht mitgerechnet. Der ehemalige Finanzminister Lindner (FDP) hatte laut abgeordnetenwatch.de Nebeneinkünfte in Höhe von sage und schreibe 424.500 Euro jährlich, vergleichsweise bescheidener sind die von Lars Klingbeil (147.000 Euro jährlich), sie dürften jetzt im neuen Amt vermutlich erheblich ansteigen. Sogar Robert Habeck von den Grünen nahm zusätzlich zum Gehalt von 20.000 Euro monatlich noch 88.000 Euro jährlich durch Buchverkäufe und ähnliches ein. Eine qualitative Bewertung der Leistung der Politiker, bezugnehmend auf die Entgelte, würde allerdings den Rahmen dieses Artikels sprengen.

Interessiert hat stattzeitung.org jedoch, was die Parteibasis in Alice Weidels Wahlkreis zu den doch recht stattlichen Gehältern ihrer Spitzenleute sagt.

Hier ist dazu die Ansicht von Thorsten Peters, AfD-Stadtrat in Überlingen:

“Für mich sind das Fragen der richtigen Allokation von Finanzmitteln. Ich denke nicht, dass die beiden sich unangemessen bereichern wollen - da wären sie mit ihren Fähigkeiten im Sumpf der Altparteien viel besser gefahren und hätten weit weniger Stress gehabt. Sie haben Ausgaben, sie haben Risiken und der Wert ihrer Arbeit kann gar nicht hoch genug geschätzt werden”, Thorsten Peters.

Top-Manager in börsennotierten Unternehmen verdienen in Deutschland zwischen 2 Millionen und 10 Millionen Euro, plus Boni versteht sich.

In einer Zeit, in der viele arbeitende Menschen den Gürtel immer enger schnallen müssen, und zwar aufgrund politischer Entscheidungen der Altparteien, hören sich Millionengehälter an wie ein Märchen aus 1.001 Nacht, das ist nachvollziehbar. Die von Politikern vielfach genannte arbeitende Mitte kommt wohl kaum auf 30.000 Euro monatlich.

Thorsten Peters sprach im Zusammenhang mit den Spitzengehältern seiner Parteispitze von Allokation, also der Zuteilung beschränkter Ressourcen zu potenziellen Verwendern. Der AfD-Stadtrat gönnt Weidel und Chrupalla das “Mehr” in der Tasche, begründet mit deren Leistung. Im Grunde gilt das vermutlich auch für die Mitarbeiter einer guten Chefin oder eines guten Chefs, der die Firma voranbringt, und somit Sorge trägt für deren Fortbestand.  Das Gehalt der Chefs geht für diese Mitarbeiter in Ordnung, und sie anerkennen somit auch die Mehrleistungen derer, die Verantwortung tragen. Die meisten Mitglieder anderer Parteien dürften das wohl genauso sehen.

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