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Die AfD und der Reinhard Mey.

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Die AfD und der Reinhard Mey.

Die Bundestagswahl wirft nun nicht mehr ihre Schatten voraus, sondern beschattet vielmehr immer noch das Zeitgeschehen. Die ”AfD Bodensee” (Kreisverband Bodenseekreis) ging mit einem Plakat, auf dem der Haaransatz von Friedrich Merz zu sehen war, in den Wahlkampf. Unter der ”Frisur” stand. ”Nein, meine Söhne kriegst du nicht”. Gemeint das Merz-Wahl-Versprechen einer Taurus-Lieferung an die Ukraine. Darin sieht die AfD eine Beschleunigung der Eskalationsgefahr, wie beide Bundessprecher der Partei, Weidel und Chrupalla, auch im Wahlkampf nicht müde wurden, immer wieder zu betonen. Man musste übrigens schon ganz genau hinsehen und die nötige kreative Phantasie mitbringen, um ”Merz” auf dem Plakat sofort zu erkennen. Eine fein geistige Anspielung auf einen möglichen nächsten Bundeskanzler, der hoffentlich nicht als Kriegs- aber schon jetzt als Aufrüstungskanzler in die Geschichtsbücher eingehen wird. Denn bei all den Lügen, die er und seine Union dem Wähler aufgetischt haben, will die neue ”Black-Rot-Koalition” (Wortspiel von der wohl sympathischsten Grünen Ricarda Lang) ihrer ”Kriegsmeute” folgen. Allen Sorgen jener Bevölkerung zum Trotz, die meint, wenn man die Kriegsmeute einmal losgelassen hat, kann man sie nicht mehr einfangen.

Reinhard Mey wiederum veranlasste dieses Plakat dazu, juristische Schritte gegen die ”AfD Bodensee” zu unternehmen. Der Sänger hatte 1986 ein Lied mit dem Titel ”Nein, meine Söhne geb´ ich nicht” veröffentlicht. ”Das Lied ist von 1986, und Reinhard Mey erzählt eindrücklich, dass er seine beiden Söhne aufgezogen, sie beschützt und behütet hat. Und wenn es Krieg gibt, dann wird er mit ihnen fliehen. Jeder Kriegsdienst wird verweigert”, so steht es bei Wikipedia.

Doch merke: Wenn die ”Falschen” das Richtige sagen, ist es das Falsche.

Alltag in Deutschland 2025.

Ein Berliner Gericht gab nun der Klage des Musikers und Chansonsängers unter Berufung auf das allgemeine Persönlichkeitsrecht recht. Die ”AfD Bodensee” wird aufgefordert, dieses Plakat mit ”Merz-Haar” und ”Nein, meine Söhne kriegst du nicht” nicht mehr zu verwenden, beziehungsweise bisherige Veröffentlichungen zu entfernen. Auch stattzeitung.org hat das ursprüngliche Bild und Text auf Wunsch der AfD getauscht in die nun neue Version: ”Meine Kinder kriegst du nicht”, das ist doch auch zeitgemäßer, denn bei einem neuen Krieg werden Söhne und Töchter, ja auch der Transmann, gleichermaßen an der Front zerschossen. Geschlechtergleichheit als kollektiver Wahnsinn.

Die Sätze ”Meine Söhne geb´ ich nicht” und ”meine Söhne kriegst du nicht” sind ja nun nicht komplett identisch, oder ist nun beispielsweise einen Apfel zu geben das gleiche wie einen Apfel zu kriegen? Vielleicht ist das auch der neuen Sprachentwicklung beziehungsweise Rechtsprechung in der BRD geschuldet. Was ich nicht kriegen kann, das geb´ ich mir einfach, dann ist es auch meins. Man könnte auch die Auffassung vertreten, dass es wohl kein Copyright auf diesen Satz gibt, schon gar nicht auf alle Varianten dieses Satzes, aber die Rechtsprechung sieht dies offensichtlich anders.

Der ”Verpetzer”, denn irgendwer muss ja den ”Sündenfall” gemeldet haben, dürfte eine gewisse Befriedigung verspüren. ”Verpetzen” wurde ja hinlänglich einstudiert im staatlich orchestrierten Denunziantentum während der staatlich verordneten ”Corona-Pandemie”.

Das eigentlich befremdliche am Berliner Urteil ist die Tatsache, dass es niemanden mehr befremdet.

”Bei Gericht und auf hoher See ist man in Gottes Hand” dieser alte Spruch darf getrost umgedichtet werden, davon ausgehend, dass Gott kein Patent auf diesen Satz erhebt. ”Auf jeden Fall bei Gericht, wenn schon vielleicht nicht auf hoher See, ist man in der Hand des sogenannten Rechtsstaats”. Wie sagte der Rechtsanwalt Dr. Alexander Christ an anderer Stelle einmal auf die Frage, ob er denn den deutschen Gerichten noch vertraue? ”Ja, wenn es sich um Scheidungen und um Auffahrunfälle handelt.”  

Vor allem jedoch, und das ist klar, möchte Reinhard Mey nicht in Verbindung mit der AfD gebracht werden, denn wenn die ”Falschen” Frieden wollen, dann könnte das ja Krieg meinen. Absurd? Ja! Das nennt man Kontaktschuld. Ein hässliches Wort, von dem jede und jeder ”Corona-Maßnahmen und Corona-Impfkritische Mensch” ein langes Lied singen kann. Die Angst in die Nähe der AfD gerückt zu werden, die als einzige Oppositionspartei im Bundestag glasklar gegen Waffenlieferungen in die Ukraine ist, und die, die ursprüngliche ”Friedensbewegung” aus der die Grünen einst hervorgingen, längst abgelöst hat, ist bei Reinhard Mey, so hat es zumindest den Anschein, sehr viel größer als die Angst vor einem neuen Krieg.

Genau da ist sie, die neue große Gefahr im Land der Kopfnicker, Ja-Sager und auf Andersdenkende-Draufhauer... brandgefährlich!

Friedensaktivisten, in der Hand die Friedenstaube oder das Ghandi-Plakat, die zu einer von der AfD organisierten Friedensdemonstration gehen, und sich dafür von ”guten Demokraten” mit ”Friedensnazi” beschimpfen lassen müssen, werden nun eines ganz bestimmt nicht tun- ein ”Friedenslied” von Reinhard Mey singen. Was soll's? Da ist doch noch Nena und ihre 99 Luftballons...

Angesichts eines neuen großen Krieges, den die Mainstream-Medien unaufhörlich herbeireden, den die gewinn-geile Waffenindustrie herbeisehnt- und vor dem uns verantwortungslose Politiker wie Roderich Kiesewetter und sein Chef bestimmt nicht beschützen werden, erscheint die ”AfD-Mey-Affäre” wie eine belanglose Randnotiz.

Oder doch nicht?

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