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Jürgen Fliege: Hosen runter für Johanna.

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Jürgen Fliege: Hosen runter für Johanna.

folter-nein-danke.eu lautet eine Webseite, die am Dienstag, dem 11. März 2025 online ging. Ziel der ”Petition”, die zum Mitzeichnen auffordert, ist es, den Fokus unter besonderer Inaugenscheinnahme des Falles ”Johanna Findeisen” auf unhaltbare Haftbedingungen in deutschen JVAs zu legen.

Aktuell haben bereits über 1.600 Menschen aus 27 Ländern diesen mutigen und dringend notwendigen Schritt getan. Andrea Drescher, Martin Schwab und Stef Manzini werden mit der Kraft dieser Unterstützer weitere Schritte unternehmen. Es ist geplant, die Justizvollzugsanstalt Frankfurt und den hessischen Justizminister um Stellungnahme zu ersuchen. Amnesty International und die deutsche Vertretung der Menschenrechtskonventionen werden über die schikanösen Haftbedingungen Findeisens unterrichtet, von denen der Rechtsgelehrte Prof. Dr. Martin Schwab konstatiert, das in Einzelfällen die Grenze zu dem, was hinlänglich unter ”weißer Folter” bekannt ist, bereits überschritten wurde. Hier zur Aktion ”folter-nein-danke.eu”.

Einigen Wirbel hat die gemeinsame Aktion von Drescher, Schwab und Manzini verursacht, und Unterstützer auf den Plan gebracht.

Der frühere Fernsehpfarrer Jürgen Fliege hat über Radio München einen sehr emotionalen offenen Brief an Johanna geschrieben, der von Radio München eingesprochen wurde. Der wohl spektakulärste Teil des Briefes beinhaltet eine Aktion, vor der Haftanstalt kollektiv die Hosen runterzulassen, um sich in dieser schutzlosen Nacktheit solidarisch mit Johanna Findeisen zu machen. Denn als eine entwürdigende Erniedrigung muss es gesehen werden, dass Findeisen sich trotz Fieber vor Justizbeamten nackt ausziehen, und bei geöffnetem Fenster in Demutshaltung vorne über beugen musste. Hier zum Beitrag von Jürgen Fliege.  Immer wieder leidet die am 23. Mai 2023 in Untersuchungshaft genommene Johanna Findeisen, die sich im sogenannten Reichsbürgerprozess um Heinrich XIII Prinz Reuß wegen Hochverrats und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung verantworten muss, unter den Schikanen einzelner Vollzugsbeamte. Über 20 stattzeitungs-Artikel zum spektakulären Prozess, den sogar die Gerichtsreporter-Legende Gisela Friedrichsen sinngemäß als eine ”Farce” bezeichnete, ”wo sind denn nun die Terroristen?” befinden sich als Links am Artikelende.

Um hier an dieser Stelle für alle Leser und Mitleser nochmal zweifelsfrei klarzustellen: Die jüngere Geschichte der BRD ist auch die Geschichte der RAF. Anschläge, Entführungen und Morde lassen einen Staat alarmiert reagieren, wenn dieser meint, Kenntnis von Umsturz- oder Putsch-Phantasien, die auch Entführungen von Politikern beinhalten sollen, zu haben- und unterstellt, diese könnten vom Planspiel in die Tat umgesetzt werden. Terroristen müssen diesen Staat in Alarmbereitschaft versetzen, und Maßnahmen müssen ergriffen werden, um derartige Verbrechen zu verhindern. Die Generalbundesstaatsanwaltschaft hat die Bringschuld, den jetzt angeklagten Untersuchungshäftlingen diese Absichten und eine Tatbereitschaft zweifelsfrei nachzuweisen. Dass dies nach 60 Prozesstagen in Frankfurt noch immer nicht erbracht ist, und man sich stattdessen mit dem Studium von surrealen Chatverläufen endlos aufhält, lässt nicht nur Gisela Friedrichsen an der Substanz des Prozesses zweifeln. Natürlich muss aufgrund der Schwere der Anklage akribisch gearbeitet werden, aber: Wie lange noch soll die Untersuchungshaft dauern? Belastbare Fakten gehören endlich auf den Tisch, oder ”etwas” das mittlerweile daherkommt wie eine Charade muss sofort beenden werden, dies wäre eine Forderung, der wir uns anschließen könnten.  

Schon einmal im September 2024 ”besuchte” eine Gruppe Gratulanten Johanna Findeisen in Frankfurt, und brachte ihr Geburtstagsständchen, Cello-Musik aber auch aufrüttelnde Redebeiträge und lautes Trommeln im stundenlangen, als Demonstration angemeldetem Rundgang, um die JVA vor das triste Grau des Gefängnisses.

Mithäftlinge, aber auch die Adressatin selbst wurden dieser mehrstündigen Aktion gewahr. Johanna Findeisen teilte danach mit, sie habe vor lauter Freude geweint, und der ganze ”Knast” sei in positiver Aufregung begriffen gewesen. Stef Manzini von stattzeitung.org war bei den Aktivisten, und sprach danach von einem der berührendsten Momente einer öffentlichen Veranstaltung seit der ”Plandemie”.

Ist Jürgen Flieges geäußerter Gedanke sich zu entblößen nur ein Gedankenspiel? Wie wäre es erneut Zeit vor die Haftanstalt zu ziehen, um diesmal statt Geburtstagsgrüße blanke Hintern zu präsentieren? Wären sie, lieber Herr Pfarrer Fliege, mit von der Partie?

Richtig ist, es muss etwas geschehen, denn angesichts der überlangen U-Haft von jetzt bereits annähernd zwei Jahren, und den wie Nadelstiche angewandten andauernden Schikanen, kippt der psychische Zustand der Häftlinge, und hier sprechen wir ausdrücklich nicht nur über Johanna Findeisen.
Ohnmacht fühlen viele Menschen, die Johanna Findeisen persönlich kennen. Einer der Erstzeichner, Dr. Rainer Rothfuß (AfD), ist von ihrer Unschuld überzeugt. Viele maßgeblichen Köpfe der ”Corona-Maßnahmen- und Impfkritischen-Bewegung” haben sich als Erstzeichner exponiert. Manche sagten auch ab, weil sie fürchteten um ihren Ruf bei der ”Reichsbürger-Thematik” und blieben der Petition fern. Das Grundgesetz versteckt sich vor lauter Scham, und der Inlandsgeheimdienst Verfassungsschutz jagt Gespenster, die es so gar nicht gibt. Beides jedoch erzielt, leider, Wirkung.

Zu wenig wäre es einfach in achselzuckendes Schweigen zu verfallen und diese Tatsachen einfach hinzunehmen. Genau wie bei Julian Assange ist Öffentlichkeit die einzige ”Waffe”, um gegen Unrecht vorzugehen. Und um es genau mit Assange's Worten zu sagen: ”Licht an. Ratten raus”.

Wir bedanken uns bei Radio München und Jürgen Fliege für die Solidarität und Unterstützung. Über einen weiteren großen Unterstützer, den ”Corona Ausschuss” mit Viviane Fischer, in dessen 239. Sitzung Stef Manzini über die skandalösen Haftbedingungen der Friedensaktivistin und Basis-Politikerin Johanna Findeisen erzählen durfte, werden wir in einem gesonderten Artikel berichten.

Andrea Drescher (Journalistin), Martin Schwab (Rechtswissenschaftler und im Verteidiger-Team von Johanna Findeisen) und Stef Manzini (stattzeitung.org) bedanken sich auch von Herzen bei allen bekannten und unbekannten Unterzeichnern, jede Stimme ist gleichsam wichtig.Wir bedanken uns ferner ausdrücklich bei allen neuen Medien und Multiplikatoren, die ”folter-nein-danke.eu” und ”no-torture.com” verbreiten- und so dem Schicksal Johanna Findeisens und den unsagbaren Haftbedingungen, aber auch dem seltsamen Prozess überhaupt, Öffentlichkeit verleihen. Es dürfen noch mehr werden.

Sollten wir also alle gemeinsam die Hosen runterlassen, uns schutzlos und verletzlich darbieten gegenüber einem Staat und einem Rechtssystem, das schon lange mit zu großen Fragezeichen versehen werden muss- aber damit auch diesem System die ”Ar...-Karte” zeigen, das unsere Leute wegsperrt und sie misshandelt? Schreiben sie uns dazu ihre Meinung als Kommentar. Und vergessen sie nicht ”mitzuzeichnen”, falls sie das noch nicht gemacht haben.

Hier nochmal die Links aus dem Artikel:

Johanna Findeisen wurde 1970 geboren, ging in Überlingen in die Waldorfschule, und ist im Überlinger Hinterland aufgewachsen.

Die gelernte Arzthelferin war am 1. Juli 2002 als Sanitäterin beim Flugzeugabsturz bei Überlingen eingesetzt. Ein Ereignis, das sie nicht mehr loslassen sollte. https://de.wikipedia.org/wiki/Flugzeugkollision_von_Überlingen

Findeisen arbeitete als Einzelfallbetreuerin für Inklusion und Migranten für verschiedene hiesige Gerichte. Bei dieser Tätigkeit lernte sie ihren Verlobten, einen Schwarzafrikaner kennen. Die Friedensaktivistin, Politikerin der Partei “die Basis”, die im Bundestagswahlkampf 2021 2 Prozent Stimmen erhielt, und damit das höchste Ergebnis innerhalb ihrer Partei einfuhr, ist begeisterte Seglerin, liebt die klassische Musik, und spielt selbst Cello. Johanna Findeisen ist Mutter von drei erwachsenen Kindern.

Johanna Findeisen freut sich sehr über Post:
Johanna Findeisen
C/O JVA Frankfurt III
Obere Kreuzeckerstr. 4
60435 Frankfurt am Main-Preungesheim

Wer Johanna weiterhin für eine gute, rechtliche Betreuung unterstützen möchte, der kann dies weiterhin mit Zahlungen auf das folgende, bereits bekannte Konto tun:
Marc Brodbeck
DE24 6906 1800 0061 4091 06
Volksbank Überlingen
Verwendungszweck: "Schenkung Treuhandfonds Rechtsverfolgung Johanna Findeisen 30741"

Zur Chronologie des Falles "Johanna Findeisen"

Lesen Sie zum Fall Findeisen die bisherigen Publikationen:

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