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Dr. med. Freifrau von Lüttwitz: Wasserstofftherapie ist auf dem Vormarsch

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Dr. med. Freifrau von Lüttwitz: Wasserstofftherapie ist auf dem Vormarsch

Eine Gruppe von Heilkundlern aus Oberschwaben und dem Allgäu trifft sich in unregelmäßigen Abständen zu einem medizinischen Gedankenaustausch und Neuerungen in der Gesundheitsversorgung der Bürger. Am 23. November 2024 stand in Rot-Ellwangen die in Deutschland mehr und mehr Einzug haltende Wasserstofftherapie auf dem Programm. Die Ärztin für Naturheilverfahren Dr. med. Heide Freifrau von Lüttwitz machte dazu nicht nur theoretische Ausführungen, sondern setzte mehrere Teilnehmer an die Wasserstoffgeräte und gab wasserstoffaktiviertes Trinkwasser aus.

Wasserstoffmedizin ist keine Errungenschaft der Neuzeit, führte von Lüttwitz aus, sondern hat schon eine lange Tradition. Das erste Wasserstoffinhalationsgerät wurde 1796 eingesetzt. 1798 berichtete Tiberius Cavallo in seinem Buch zu “medizinischen Eigenschaften künstlicher Luft” über die Wasserstofftherapie. Zu seinem Gedenken nannte die Firma Aquavolta, welche Inhalationsgeräte herstellt, ihr Inhalationsgerät „Cavallo“. Nach der Entdeckung des Wasserstoffs für den Therapieeinsatz verschwand die Wasserstoffmedizin wieder, vor allem nach dem Aufkommen der Petromedikamente. Erst um 1930 und dann verstärkt ab den 1970er Jahren kam die Wasserstofftherapie zu neuem Ansehen. Ab 2007, so von Lüttwitz, ist die Wasserstoffbehandlung verstärkt auf dem Vormarsch.

Die Ärztin erinnerte, dass unglaublich viele Stoffwechselabläufe im Organismus mit Wasserstoff vonstattengehen. Dabei sind zwei Hauptwirkungsweisen hervorzuheben: Wasserstoff als Brennstoff und Wasserstoff als Antioxidans. In den Mitochondrien, den Energieproduzenten des Körpers, läuft mit wasserstoffgebundenen Enzymen in mehreren Schritten die Energieerzeugung ab. Als Endprodukt hat der Körper ATP (Adenosintriphosphat). Für jede Bewegung und für jede Körperaktivität ist dieser Stoff unentbehrlich - der Mensch produziert täglich etwa 70 Kilogramm ATP.

Bei der Energieerzeugung entstehen Abfallprodukte, welche die Körperzellen attackieren. Genauso nehmen die Menschen mit der Luft und Nahrung permanent Schadstoffe auf, welche die Zellen ebenfalls angreifen. Solche Stoffe nennt man freie Radikale. Wasserstoff ist in der Lage, so die Medizinerin, zahlreiche freie Radikale zu neutralisieren. Damit bleibt der Organismus nicht nur vital, es wird auch einem vorzeitigen Altern vorgebeugt. Ein Liter Wasserstoffwasser entspricht der antioxidativen Wirkung von 10 gepressten Orangen, gab von Lüttwitz kund.

Da Wasserstoff das kleinste Molekül bzw. Atom ist, das wir kennen, erläuterte die Ärztin, ist es in der Lage, in jede Zelle einzudringen, da es auf die Blut- oder Lymphbahnen nicht angewiesen ist. Problemlos überwindet es auch Zellgrenzschichten und die Blut-Hirn-Schranke.

Eine gesunde Bakterienflora liefert bereits Wasserstoff, weshalb laut den Ausführungen der Naturheilmedizinerin auf ein gesundes Darmbiom zu achten ist. Von Lüttwitz führte weiterhin aus, dass bei Menschen mit fehlerhafter Darmflora in der Ausatemluft weniger Wasserstoff gemessen wird als bei einem Menschen mit gesunder Darmflora. Bei Patienten mit fehlerhafter Darmbesiedelung findet man gehäuft Krankheitsbilder wie Parkinson, Rheuma, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Morbus Crohn und Allergien. Auf den interessanten Umstand, dass das als heilsam bekannte Lourdeswasser ein wasserstoffreiches Wasser ist, verwies die Ärztin extra.

Von besonderem Vorteil ist die Zufuhr von Wasserstoff, weil er einer Übersäuerung entgegenwirkt. Damit allein hat der Organismus bereits ein effektives Abwehrschild gegen Krankheiten. Es ist nachgewiesen, so die Medizinerin, dass der Konsum von zwei Liter wasserstoffangereichertem Wasser das Säure-Basen-Gleichgewicht im Blut verbessert.

Die Anwendungsmöglichkeiten von Wasserstoff sind vielfältig: Leistungssteigerung, Krankheitsvorbeugung, Behandlung von Krankheiten und Anti-Aging. Weitere Gesundheitspotenziale benennt die Literatur mit positiver Wirkung auf Geschwüre, Entzündungen und Fettleibigkeit, Hautkrankheiten, Diabetes II, Sepsis, Herzerkrankungen, Nierenfunktionsstörung, neurodegenerative Krankheiten und Krebs, wobei er auch die Nebenwirkungen bei einer Chemotherapie zu reduzieren vermag. Wasserstoff bewirkt im Weiteren Zellmembranschutz, ist antiallergisch, signalmodulierend und fördert enzymatische Prozesse.

Zusammenfassend stellte die Medizinerin fest, eine Wasserstofftherapie kann mit Inhalation von Wasserstoffgas oder mit dem Trinken von Wasserstoffwasser praktiziert werden. Bei der Inhalation wird deutlich mehr Wasserstoff in den Körper aufgenommen. Dieser verflüchtigt sich aber auch schneller, nachdem er im Körper reagiert hat. Beim Trinken von Wasserstoffwasser wird weniger Wasserstoff aufgenommen, die Wirkung setzt etwas zeitverzögert ein und hält länger an.

Eine gewisse Vorsicht ist nach von Lüttwitz bei Billiggeräten angebracht. Denn es wurde bekannt, dass bei Geräten für Wasserstoffwasser schädliche Nebenprodukte entstehen können. Deshalb sollte man sich auf Anraten der Ärztin vor dem Kauf genau informieren, ob ein Gerät das erfüllt, was man von ihm erwartet.

stattzeitung.org dokumentiert den Vortrag über die Wasserstofftherapie. Wir nehmen ausdrücklich keine eigene Bewertung und keine Empfehlung dazu vor.

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