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Ein steifes Glied vor Kindern, der CSD in Überlingen- und der Widerstand der AfD.

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Ein steifes Glied vor Kindern, der CSD in Überlingen- und der Widerstand der AfD.

Ein erigiertes Glied aus Gummi, umgeschnallt von einer "queeren“ Frau mitten am helllichten Tag vor vielen Kindern auf der Überlinger Seepromenade, genau das ist es, wogegen Thorsten Peters (AfD) am vergangenen CSD-Samstag mit "Schützt unsere Kinder vor der Gender-Sekte“ protestiert hat.

Eingeklemmt zwischen Altstadtgassen, Bushaltestellen, Straßen und dem See standen sich am Samstag, dem 13. Juli, der CSD-Überlingen, die "Omas gegen Rechts“, ihre "Enkel“ von der Antifa und die AfD gegenüber. Die drei erstgenannten natürlich im vereinten Kampf gegen die AfD. Nur der wachsamen Aufmerksamkeit der Polizei, und der umsichtigen und erfahrenen Einsatzleitung von Andreas Rieß ist es zu verdanken, das es im wahrhaft bunten Wirrwarr aus Demonstranten, Gegendemonstranten, Sympathisanten aller Lager, Stadtbevölkerung, Touristen, Bussen, Autos, Fahrrädern und wer weiß was noch alles nicht zu gravierenden Störungen kam. Sieht man einmal ab vom arg bedrängten Rainer Rothfuß (MdB), dem eine Oma mit ihrer Trillerpfeife fast einen Tinnitus bescherte, die Polizei musste klären. Es gab auch einen Antifa-Aktivisten, der wegen grober Störung der AfD-Kundgebung "Schützt unsere Kinder vor der Gendersekte“ von der Polizei im Schutzgriff entfernt werden musste (Bild)- und einen (Verzeihung!) "blanken Hintern“ (Bild, Video), den ein "Antifant“ auf offener Straße der AfD-Bühne entgegenstreckte. Ob das nun der perfekte Enkel der "rechten Omas“ war? Die "Antifa-Touristen“ des Bodenseekreises sind immer wieder für Aktionen, wie einen Stinkefinger, auch gegen den stattzeitungs-Fotografen in Friedrichshafen, gut- und kommen damit meist unbehelligt davon. Auch die Strafanzeige wegen des "Fingers“ verlief damals in Friedrichshafen im Sande. Gewalttätige Schläger sind diese jungen Leute jedoch (bisher) nicht. "AfD-Lügenpack wir haben euren Unsinn satt“ (Video), skandierten die "Omas“, fielen damit unangenehm auf, und heizten Entgleisungen wie gerade beschrieben kräftig an. Als "Pack“ bezeichnete übrigens nur diese links-extreme Truppe ("Omas gegen Rechts“) ihr Gegenüber. Eine AfD-Anhängerin, die gegen diese Beschimpfung "Pack“ Strafanzeige stellen wollte, wurde von den Polizisten abgewiesen. Deeskalation war angesagt, und bis auf das bis hier her aufgezählte gab es auch keine weiteren ernsthaften Auseinandersetzungen. Am Rande des Spektakels fragte Stef Manzini den Geopolitiker und ehemalige CDU-Mitglied, Dr. Rainer Rothfuß, nach den Motiven des blanken Hasses auf die AfD, und wohin das seiner Meinung nach noch führen könnte- nur wenige Stunden vor dem Attentat auf den ehemaligen amerikanischen Präsidenten Donald Trump. Zum Interview mit Rainer Rothfuß geht es hier: "Die Ideologie hat die Hoheit über das Denken übernommen“. Dr. Rainer Rothfuß, AfD.

Auf 50 Metern vor der schönen Kulisse des Bodensees entwickelte sich, was medial in die Köpfe der Menschen "gebleut“ wird, und das ist laut Rothfuß blanker Hass und geballte Hetze von den guten Demokraten gegen die bösen Rechtsextremen. "Eigentlich ein Witz, was da der AfD an Menschenfeindlichkeit unterstellt wird“, sagte dazu Rainer Rothfuß im Interview. Die vier Redner auf der AfD-Bühne, außer Rothfuß und Peters noch Andreas Piekniewski und Bernd Seitz kamen in ihrer Tonalität ganz im Gegensatz zu ihren Kritikern nicht extrem, sondern im Großen und Ganzen sehr liberal, aber an der Sache orientiert rüber. Die CSD-Bühne am Seeufer blieb von dem Theater unbehelligt, dort konnten die Redner reden, ohne ausgebuht, angeschrien und ausgepfiffen zu werden. Was gut ist und eine Demokratie ausmacht. Diskriminierung gegen Schwule, Lesben und Transmenschen gehört 2024 nicht in den bundesdeutschen Alltag, machte Dennis Michels, der Veranstalter des CSD, deutlich. Dass es sie trotzdem gibt, beziehungsweise wie glücklich man sein kann, seinem "Anderssein“ Ausdruck zu verleihen, darüber berichteten die Redner auf der CSD-Bühne. Unbehelligt von AfD-Attacken, das bleibt hier festzuhalten. Der Veranstalter Dennis Michels war, wie er betonte, aufgrund Zeitmangels nicht zu einem Interview mit stattzeitung.org bereit.

Es war dem Veranstalter Thorsten Peters wichtig, seinen Protest im direkten Umfeld der CSD-Kundgebung zu platzieren, dies hatte die Versammlungsbehörde im Einklang mit der örtlichen Polizei ermöglicht. Dass dieses Anliegen durchaus berechtigt war, zeigten sehr deutlich "Gummi-Penis“ und "Nackt-Arsch“. Bilder, die man aus Berlin kennt. Die gibt es jetzt auch aus Überlingen- aber da steckt "berlin“ ja schon im Name drin.

Manch ein Zuschauer fühlte sich wohl wie in der Fasnet, und das nicht nur in Bezug auf die Kreativität der Kostüme. Wenn man Ex-Stadtrat Michael Wilkendorf (SPD) beobachtete, wie er sein Ratsche-Rädchen in kindlicher Freude (Video) neben der AfD-Bühne schwenkte, um zu stören, kam man nicht umhin sich zu fragen, was der wohl gemacht hätte, wenn er einmal den AfD-Rednern zugehört hätte. Der sonst vernünftige Mann hätte das mit Sicherheit alles sehr vernünftig gefunden, wenn- ja wenn auf der Bühne ein SPD-Genosse gestanden hätte.

Überlingen ist bunt, nur die Farbe Blau fehlt, denn die ist ja 2024 Feindbild. Armes Blau, aber morgen schon kann das Feindbild schon rot, gelb, grün oder schwarz sein.

In der Genese des Tages ist glasklar, dass der Urheber von allen Aktionen außerhalb des CSD Thorsten Peters und die AfD ist, die mit einem Stand vertreten war. Ohne die Veranstaltung zum Thema Kinderschutz, Frühsexualisierung und Geschlechterverwirrung, wäre es gar nicht zu diesem Spektakel gekommen. Thorsten Peters will sich jedoch den Mund nicht verbieten lassen, wenn er glaubt Missstände zu erkennen, und etwas zu sagen hat. Ein Maulkorb sei für ihn keine Alternative, gerade deshalb sei er in der Alternative für Deutschland, sagt der frisch gewählte AfD-Stadtrat dazu.

Womit wir nun exakt beim eigentlichen Fragezeichen dieses Spektakels angelangt wären.

Warum hört man einander nicht mehr zu? Feindbilder wechseln. Vor 50 Jahren waren es die "Homos“, die sich die "Bürgerlichen“ aus der Mitte der Gesellschaft als Feindbild erklärt hätten. Zum Glück für die gibt es ja heute die AfD. Und morgen?

Die kompletten Redebeiträge der AfD-Veranstaltung "Rettet die Kinder vor der Gender-Sekte“, und ein Streifzug durch das bunte Chaos in Überlingen, nebst "blankem Hintern“ gibt es im folgenden Video.

Lesen Sie hierzu, lieber stattzeitungs-Leser, gerne den Artikel "Das Private ist politisch. Der Überlinger CSD- und die Gegendemo pro Kinderschutz." vorab der aktuellen Veranstaltungen und sehen Sie hierzu auch das Interview "CSD. Gender-Gaga. Freie Liebe. Kinderschutz." mit Dennis Michels und "Schwester" Agnetha-Maria vom 1. CSD am 27. Juli 2023.

Gerade heute erschien zu "Pädokriminelle Transgender und Transsexuelle“ ein Artikel bei den sehr geschätzten Kollegen von Report24.

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