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Ist das ZDF vertrauenswürdig? Nein!
Ist das ZDF wirklich vertrauenswürdig? Kritik an Fake-News, politischer Beeinflussung im Fernsehrat und…
Seit dem 21. Mai 2024 findet vor dem OLG Frankfurt der Prozess gegen Johanna Findeisen statt. Der 53-jährigen Frau aus dem Bodenseekreis werden die Planung von hochverräterischen Unternehmen zur Last gelegt. Lesen Sie dazu auch den Artikel vom Mittwoch ""Ich bin keine Reichsbürgerin!“ Johanna Findeisen.", mit der Chronologie des Falles. Prof. Dr. Martin Schwab, Strafverteidiger von Johanna Findeisen, hat an dem Strafverfahren gleich zum Prozessauftakt massive Kritik geübt. Der Rechtswissenschaftler glaubt gravierende Mängel, die sich zum Nachteil seiner Mandantin auswirken könnten, festzustellen. Insbesondere weist Schwab darauf hin, das die Entscheidung des Generalbundesanwalts, die angeblichen Mitglieder der angeblichen Vereinigung in drei getrennten Prozessen an drei verschiedenen Gerichten zu verklagen, sogar geltendes Recht (§ 3 StPO; Ziffer 114 RiStBV) verletze. Insgesamt drohe daher eine beträchtliche Verfahrensverschleppung. Dadurch verschaffe sich der Generalbundesanwalt einen systematischen Informationsvorsprung. Das Gebot eines fairen Verfahrens ist damit verletzt, urteilt Martin Schwab.
In einem Pressetext an stattzeitung.org, den wir im Anschluss an diesen Artikel ungekürzt veröffentlichen, vor allem aber auch in seiner Einlassung im Gerichtssaal, kritisiert der Strafverteidiger das Verhalten der Medien, in puncto Vorverurteilung und einseitiger Stimmungsmache, auf das Allerschärfste. Mit Entsetzen habe man das Interview mit Kai Lohse, Bundesanwalt, zur Kenntnis genommen, in dem Lohse bereits am ersten Prozesstag den Anschein erwecke, die Angeklagten seien bereits überführt, sagt Findeisens Strafverteidiger Martin Schwab. Für den renommierten Juristen ist auch die Absage an eine Aufzeichnung der Verhandlung ein Skandal. "Wir werden in diesem Verfahren den größten Missbrauch der Rechtspflege in der deutschen Geschichte haben“, sagt Martin Schwab.
Dazu passend erreicht uns ein Leserkommentar eines ehemaligen "Basis-Kollegen“ von Johanna Findeisen, der, wie er schreibt, nicht oft mit Findeisen einer Meinung war, sie dennoch als Herzensmenschen kennen- und schätzen gelernt hat. Der langjährige nebenamtliche Gefängnisseelsorger kann die Vorwürfe nicht mit dem Bild, was er von Johanna Findeisen gewonnen hat, in Einklang bringen, und zweifelt deshalb an den gegen sie vorgebrachten Verdächtigungen. "Große Teile unserer Medien wären auch zu Zeiten der Hexenverfolgung erfolgreich gewesen.“ Auch Fußball-Schiedsrichter treffen einmal eine falsche Entscheidung, er habe aber nie erlebt, das der Schiedsrichter selbst an den Ball getreten habe, und so für eine Seite zum Mitspieler wurde, schreibt Peter C. Damit trifft er, um im Bild zu bleiben, für viele Menschen genau "ins Schwarze“, die die einseitige Stimmungsmache der Mainstream-Medien verurteilen. So ist auch im neuesten Artikel des Südkuriers zwar eine ellenlange Einlassung über den Zustand von Johanna Findeisens Haarpracht à la Boulevard-Journalismus zu lesen "...die am Ansatz jetzt nachgegrauten Haare... die sich in den noch blondierten Pferdeschwanz ziehen...“ die dann aber in dem vermeintlichen politischen Statement der Angeklagten zu ihrer Gesinnung getroffen durch ihre Haargummis endet. Schwarz, weiß, rot, die Farben des Deutschen Kaiserreichs. Zufall? Fragt Ulrike Bäuerlein ihre Leserschaft. Die Kritik von Findeisens Strafverteidiger am Verfahren insgesamt bezeichnet die Mainstream-Journalistin als "bizarr“. Sind die Argumente des Rechtswissenschaftlers und Hochschullehrers Schwab tatsächlich bizarr, oder sind es viel mehr die Vermutungen und darauf fußenden Herleitungen von Bäuerlein?
Laut Information an stattzeitung.org, gestaltete sich Findeisens Transport zum Gerichtsort, einer eigens für diesen Prozess errichteten Halle, gewissermaßen als "Achterbahnfahrt“. So sei es der mehrfach gefesselten Frau fast nicht möglich gewesen, sich bei rasanter Fahrt mit hohem Tempo vor einem Hinfallen zu schützen. Die Strapazen dieser Transporte durch den gesamten Süden der Republik, Frankfurt, München und Stuttgart werden wohl Usus werden, von den Kosten und den Verzögerungen des gesamten Prozesses ganz zu schweigen. Dem Informanten gilt dies als Demonstration der Macht des Staates gegenüber seinen vermeintlichen Feinden, erklärt er.
Sofort fällt einem die unwürdige Zurschaustellung des Rechtsanwalts Dr. Reiner Füllmich in diesem Zusammenhang ein. Der Rechtsstaat lässt seine Muskeln spielen, und für wirklich gefährliche Straftäter darf es auch kein Pardon geben, das ist klar. Der Transport zum Gerichtsort einer wegen Terror verdächtigen Person ist gewiss keine Spazierfahrt zum Ausflug in den Park zum Eisessen. Im Vergleich dazu erscheinen die "Maßnahmen“ gegen kriminelle Clans und gewaltbereite Täter und Vergewaltiger aus bestimmten Milieus jedoch merkwürdig harmlos. Das Grundrecht, es feiert ja gerade 75. Geburtstag, verachten auch diejenigen, die in der Bundesrepublik schon einmal das Kalifat ausrufen. Die Brutstätten dieses verfassungsfeindlichen Gedankenguts finanzieren nicht selten die Steuerzahler. Für mehr Polizeipräsenz bei den betreffenden Demonstrationen eines neuen Machtfaktors im demokratischen Deutschland fehlt, laut Aussagen der verantwortlichen Verfassungshüter, das Geld.
Der deutsche Rechtsstaat, mal Tiger, mal zahnloser Tiger- ganz nach Belieben.
Für die Verteidigung
Prof. Dr. Martin Schwab
Dazu auch die Eingangserklärung von Martin Schwab:
https://www.alexander-wallasch.de/gastbeitraege/prozessauftakt-im-prinz-reuss-prozess-eingangserklaerung-der-verteidigung
Lesen Sie, lieber stattzeitungs-Leser, hierzu gerne auch den dazugehörenden Kommentar "?????????????????????????".
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