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Links und Rechts zusammen?
Bekannt aus „Corona“ stehen sich zwei Lager gegenüber. Die Guten, meist geimpften, sind auch in Salem wieder die Guten. Die mit der Willkommenskultur. Die Bösen waren ja auch schon während der “Plandemie” die unsozialen, unsolidarischen “Ungeimpften”. Einen neuen Sport haben beide Lager entdeckt, man kann auch mit 60 noch demonstrieren gehen. Die AfD-Anhänger, die Überfremdung sehen und immer neue “Zuhause” für Menschen, die hier nicht zuhause sind, ablehnen, und die moralisch einwandfreien “Omas gegen Rechts” und ihr Gefolge gaben sich ein Stelldichein im vorweihnachtlichen Salem.
Bauunternehmer und Notunterkunft-Halleneigentümer Straßer nimmt sich die Bühne und strotzt nur so vor Selbstbewusstsein: "Wir, die Familie Straßer hat das entschieden." AfD-Peters gibt sich in der Rolle des "staatstragenden" Politikers, der er ja (noch) nicht ist, und punktet mit Benimm. Davon haben die vereint grün-linken Kräfte nicht allzu viel mitgebracht, und schreien jedes Argument des Asyl-Zweiflers einfach nieder, was nicht schwerfällt bei einer Übermacht von sechs zu eins.
Lokalkolorit hat das Ganze, weil nicht ausschließlich Gegner und Befürworter einer breiten Migration mit großem Anreiz der Sozialsysteme im badischen Salem aufeinandertreffen, sondern auch ein lokaler Unternehmer die Chance ergreift, seinem unliebsamen Schultes mal so richtig eins auszuwischen.
Dennoch, das Besondere an dieser Demo ist, die Rechten scheinen nicht recht rechtsextrem, die linke Antifa kommt ohne schwarze Tücher und Steine. Die Omas gegen rechts und gegen den Friedensforscher Daniele Ganser bilden mit einigen Sozis die polemische Mitte- und am Ende gibt's Punsch mit Plausch.
Pro und Contra finden sogar noch eine gemeinsame Aktion, das hat Vorbildcharakter, denkt man daran, wie unversöhnlich sich genannte Lager doch in der BRD gegenüberstehen.
Illerkirchberg und die dort von einem Migranten ermordetet Frau sollte allerdings kein Grund für die lupenreinen Demokraten sein, den AfD-Mann anzuschreien. Dieses Beispiel von Thorsten Peters appelliert an Ängste, die auch so manche anwesende Oma haben mag, trifft sie bei Dunkelheit auf eine Gruppe Schwarzafrikaner. Soviel Ehrlichkeit muss möglich sein, auch darüber muss man reden. Das ist zugleich die Grundlage für alle künftigen Diskussionen. Ausreden lassen, so haben wir es einst gelernt. Tritt man einmal einen Schritt zurück oder beiseite und nimmt das Gegenüber ernst mit allen Befürchtungen, so ist der Weg frei für Lösungen.
Wir sind alle eine Menschheitsfamilie, so sagt es Daniele Ganser.
Salem war am vergangenen Samstag doch auch ein kleines aber schönes Beispiel dafür, dass hier im Süden die Uhren anders ticken, und man es sogar schafft, dass rechts und links etwas zustande bringen- wenn man nur will. Vielleicht ist Salem ja ein Grund, wieder einmal mehr aufeinander zuzugehen.
Lesen Sie, liebe stattzeitungs-Leserin, lieber stattzeitungs-Leser, hierzu gerne den Artikel "Hilfe für Migranten oder Rache am Bürgermeister?".
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