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Der Fall "Johanna Findeisen" und die Medien.

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Der Fall "Johanna Findeisen" und die Medien.
Bild: Stef Manzini
Bild: Stef Manzini

Im Sommer 2023 erreichte die stattzeitung.org eine Interviewanfrage der ARD, die im Oktober eine Reportage zur besten Sendezeit zum "Fall Findeisen" ausstrahlen wollte. Die ARD war auf die Berichterstattung der stattzeitung.org aufgrund der umfangreichen und detaillierten Recherchen aufmerksam geworden. Bisher ist diese Sendung wohl nicht zustande gekommen- und daher auch nicht gesendet worden. Das Interview kam, trotz der von der ARD argumentierten hohen Aufmerksamkeit eines Millionenpublikums zur Prime-Time für die stattzeitung.org nicht infrage, da man mit uns seitens der "Öffentlich-Rechtlichen" keinen entsprechenden Interview-Vertrag abschließen wollte. Dieser Vertrag sollte uns die Kontrolle über die Auswahl und den Zusammenschnitt unserer diesbezüglichen Aussagen zum Fall "Findeisen" lassen. Das ist quasi eine Endkontrolle über das eigene Wort, das dann einem Millionenpublikum bekannt werden sollte. Dass die Öffentlich-rechtliche Sendeanstalt dies offensichtlich nicht bereit war einzuräumen, spricht Bände- und bedarf keines zusätzlichen Kommentars.

Die Loyalität zu unserem Markenkern, also gewissermaßen der stattzeitungs-DNA ist uns wichtiger als billige Effekthascherei, zumal diese zu vergleichbaren Sachverhalten in der Vergangenheit in den Mainstream-Medien oft keineswegs neutral geschehen ist. Ganz im Kontrast zu dem dann oft in den Medien erschaffenen Bild genießen Personen wie Johanna Findeisen im privaten Umfeld und in der "Corona-Maßnahmen-Gegner-Szene" hohes Ansehen, durch ihren Einsatz und ihre vielfältigen Aktivitäten beispielsweise auf Friedens-Demos.

Immer wieder gibt es in Folge der Brisanz und der Medienwirksamkeit der am 22. Mai 2023 in Frickingen unter dem Verdacht der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung festgenommenen, und seitdem in Untersuchungshaft sitzenden Johanna Findeisen, auch Claqueure und Profilneurotiker, die durch eine inszenierte Nähe zur Betroffenen und angeblichem Insiderwissen sich nur selbst in Szene setzen wollen. Dies geschieht meist ohne Wissen beziehungsweise Billigung der Betroffenen und ihrer Familienangehörigen. Sich selbst auf Kosten anderer zu profilieren ist vielleicht gut für das eigene Marketing, aber auch für die Betroffenen oft kontraproduktiv- und auf jeden Fall schäbig.

stattzeitung.org ist ein Informations-Medium, selbstverständlich halten wir unsere Leser auf dem neuesten Stand, auch zu Johanna Findeisen. Wir haben dazu mehrere Artikel veröffentlicht, immer in Absprache mit Johanna Findeisens Familie, aber selbstverständlich ohne privates zu veröffentlichen- oder den Betroffenen zu nahe zu treten.      

Bei unseren Recherchen helfen uns Pressestellen, wie beispielsweise die der Generalbundesanwaltschaft in Berlin, die jedoch nur die erste Presseanfrage von stattzeitung.org im Frühling dieses Jahres beantwortet hat. Auffällig ist in diesem Zusammenhang, dass gerade TV-Formate des Öffentlich-Rechtlichen-Rundfunks und Zeitungen aus dem Mainstream für ihre Berichterstattung anscheinend sogar mit Zusatzinformationen versorgt werden, die dann erlauben, eine Art Exklusiv-Reportagen zu veröffentlichen, und damit einen "Wettbewerbsvorteil" zugunsten der Massenmedien schaffen.

Betrachtet man den "Fall" Johanna Findeisen, kann man sich des Verdachts nicht erwehren, dass die Generalbundesanwaltschaft, vertreten durch ihre Pressestelle, Unterschiede macht, je nachdem für welches Medium man arbeitet. Eine Selektion scheint stattzufinden, die zulässt, dass "Service-Journalisten" aus "bequemen" Mainstream-Medien mit Informationen versorgt werden, wie zuletzt gesehen bei der "Reichsbürger-Razzia". Dort waren Kamerateams von Fernsehsendern zugegen, während Neue Medien wie stattzeitung.org sich offenbar mit der bisherigen Berichterstattung zu Findeisen ins "Unliebsame" geschrieben hat. Wie sonst ist zu erklären, dass gleich mehrere Presseanfragen der stattzeitung.org zum aktuellen Sachstand neuerdings unbeantwortet bleiben, während die erste Anfrage noch ordnungsgemäß beantwortet wurde. Es gilt in Deutschland der Paragraf 5 des Grundgesetz: Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern. Dass hier die Pressestelle der Generalbundesanwaltschaft einer Onlinezeitung die Auskunft verweigert, ist leider eine Normalität, und dennoch schlecht- zumal das die Aufgabe dieser Pressestelle ist.

Die Pressestelle des Generalbundesanwalts in Berlin sieht offensichtlich keine Veranlassung fortlaufend Auskunft über den Ermittlungsstand zu einem "Fall" zu erteilen, der auch viele Unklarheiten und Ungereimtheiten aufweist- und somit von einer unabhängigen Presselandschaft selbstverständlich genau „unter die Lupe“ genommen werden muss. Die Öffentlichkeit hat ein Recht darauf zu erfahren, wie weit die Ermittlungen gegen Johanna Findeisen aus Frickingen inzwischen gekommen sind. Die 52-Jährige wird beschuldigt, im Zusammenhang mit den "Reichsbürgern" Mitglied einer terroristischen Vereinigung zu sein. Dieser Vorwurf ist nicht trivial, wenn schon gerade die stattzeitung.org sich auf Recherche-Reise begeben hat, und einige interessante Dokumente, die Findeisen entlasten könnten, vorgelegt hat.

Die kommenden Tage werden für das Schicksal Johanna Findeisens bedeutsam werden, denn Haftprüfungstermine stehen an. Fast sechs Monate sitzt Johanna Findeisen bereits in Untersuchungshaft. Michael Ballweg "Querdenken", der neun Monate inhaftiert war, jedoch ging es bei ihm um den Verdacht der Untreue, riet unlängst im Interview mit stattzeitung.org ("Der Querdenker: Michael Ballweg.") den Betroffenen viele Briefe zu schreiben, das habe ihm sehr geholfen. Auch Johanna Findeisen freut sich über Post, an die JVA Schwäbisch Gmünd.

Es bleibt nun vor allen Dingen abzuwarten, ob die Generalbundesanwaltschaft ihre Vorwürfe gegen die 52-jährige Johanna Findeisen aus Frickingen erhärten kann, oder Findeisens Anwälte diese entkräften können. Bis dahin gilt: In dubio pro reo.

Zur Chronologie des Falles "Johanna Findeisen"

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