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Alles dicht machen. Überlingen am Bodensee.
Wenn die grünen Weltverbesserer nach einer Möglichkeit suchen, das ganze Land final vom Autoverkehr zu befreien, dann sollten sie Anschauungsunterricht in Überlingen nehmen. “Alles dicht machen” heißt hier das Motto, das dem geplagten Autofahrer abwechselnd die Schweißperlen auf die Stirn und die Zornesröte ins Gesicht treibt. Übrigens dem Radfahrer auch. Kreisel schließen, Straßen sperren überall und natürlich überall zugleich. Rien ne va plus- nichts geht mehr, von West nach Ost, im Osten selber- und machen wir das Maß voll, auch gleich nach Norden.
Der bevorstehende verkaufsoffene Sonntag des Einzelhandels könnte so eine echte Insiderveranstaltung werden, wer drin ist, kommt nicht wieder raus- wer hinein will, kommt erst gar nicht rein. Die monatelange "Verkehrsberuhigung" auf "Überlingerisch" geht natürlich mit einer Sperrung des wichtigsten Parkhauses in der Innenstadt einher. Wer hat, der kann.
Sagt mal, liebe Bürohengste in den städtischen Schreibstuben, geht's noch?
Und nein, bitte erspart uns lahme Ausreden und Kompetenzgeschiebe in Richtung andere Behörden. Einer hat hier den Hut auf, und der heißt Jan Zeitler, und der ist seines Zeichens Oberbürgermeister von Schilda- pardon von Überlingen. "Mach was Jan", möchte man ihm zurufen, oder mittlerweile möchten manche ihn sicherlich auch anschreien, denn der mobile Bürger verliert langsam die Nerven.
Der Traum so manch grünen Stadtrats vom verkehrsberuhigten großen Wohnzimmer in der Innenstadt ist schon längst zum Alptraum des größten Schlafzimmers mutiert. Freunde, wann stellt ihr eigentlich eure Betten auf? Der gebeutelte Einzelhandel und die geschwächte Gastronomie legen sich dann vielleicht mit euch schlafen. Was soll's? Hauptsache Amazon kommt noch durch und kann liefern. Wozu brauchen wir noch Geschäfte und Lokale? Wir haben doch Netflix und Lieferando.
Zu was ist denn der uneinsichtige Erwachsene mit seiner Umweltvernichtungsmaschine eigentlich noch gut? Schnelle Antwort: Zum Abkassieren. Das zumindest weiß diese Stadtverwaltung, und klebt fleißig Knöllchen an die Karossen jener, die schon lange nicht mehr wissen, wo sie ihr "Heiligs Blechle" abstellen sollen. Parkflächen Mangelware, kostenlos gleich aussichtslos- emsig wurden die noch vorhandenen sogar erheblich verteuert. Die Backpfeife für den Autofahrer beim "Überziehen" auf ausgewiesenen Parkplätzen in der Jahnstraße kostet 30 Euro, in der Lindenstraße am Straßenrand sind es nur 10 Euro. Hä? Das muss man nicht verstehen, oder?
Die aktuelle Verkehrs(beruhigungs)situtation in Überlingen ist eine Zumutung, ja ein Skandal- und an Unvermögen der verantwortlichen Akteure nicht mehr zu übertreffen. Wer sich die Frage nach der Fortbewegung im ländlichen Raum stellt, kommt am Individualverkehr nicht vorbei. So einfach ist das.
Liebe Überlinger, wie wäre es denn einmal mit einem Autokorso durch die zwei Straßen der Innenstadt, wo das noch möglich ist. Alle die sich aufregen, sind dazu herzlich eingeladen. Kostenloses Hupkonzert inklusive!
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