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Überlingen, Jeckel, der Verkehr und die Wahlen.

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Überlingen, Jeckel, der Verkehr und die Wahlen.

Wenn ein Mann wie Michael Jeckel für die nächste OB-Wahl kandidiert, ich möchte ihn wohl wählen. Weil er überall beliebt ist? Nein. Weil er sich nicht verbiegt und nicht verdreht. Wo Jeckel draufsteht, ist Jeckel drin. Eine Beschreibung, die dieser Tage auf kaum eine Persönlichkeit in der politischen Landschaft passt. Weil ich immer seine Meinung teile? Nein. Aber er hat wenigstens eine Meinung. Jeckel macht das Maul auf, auch wenn's für ihn unbequem ist. Das macht ihn souverän. Wie man mit Krawallmachern umgeht, hat der Wirt in seinem "Galgenhölzle" gelernt, was politische Diplomatie ist, weiß er auch. Seine Handlungsweise angemessen zu variieren, dafür hat er sein Gespür. Ist er mit über siebzig Lenzen zu alt für diesen Job? Nein. Die Alten müssen's jetzt wohl richten. Hysterische Klima-Kleber-Kids, die uns zusammen mit ihren realitätsblinden Eltern eine Klima-Hölle auf Erden vorbeten, sind unfähig eins und eins zusammenzuzählen. Und das Ergebnis, eine Zwei zu akzeptieren. Gendersprache, Cancel Culture? Fehlanzeige. Für Jeckel ist Petersilie nicht Petrasilie, Weihnachten kein Lichterfest und Winnetou bleibt unser aller Lieblingsindianer. Klar ist "Micha" Jeckel ein Mann der auch mal einen blöden Witz über Frauen und Schwule macht, er würde sich jedoch mit seinen 130 Kilo Lebendgewicht sofort in die Bresche werfen, wenn jemand diese angreifen würde. Das kann er noch, also könnte er auch die Stadt regieren.

Die Erfahrung in vielen Ämtern (Gemeinderat, Kreistag, DeHoGa und so weiter) ist sicher nicht alles. Michael Jeckel ist einer, der sich hochgearbeitet hat. Er ist ein Chef, dem seine "Leute" über Jahrzehnte treu bleiben, und er ist erfolgreich- wenn auch nicht immer ganz "hasenrein" erfolgreich, aber er büßt ja dann auch dafür. Damit kann ich.

Mit der AfD "wenn die nur nicht so ein paar Höckes hätten", O-Ton Jeckel, fremdelt der bullige Mann aktuell weniger als mit seiner CDU. Ein "Gockel" wie Friedrich Merz, der von oben herab auf seine Untertanen zu blicken scheint, befremdet den waschechten Überlinger. Jeckel vermisst klare Kante und klare Sprache zu dem, was ist. Eine Regierung, die Deutschland an den Abgrund führt, beunruhigt den Gastronom. Der ehemalige Stadtrat weiß ganz genau, dass im Kommunalen große Handlungsfähigkeit liegt. Gemeinderäte, die sich hinter Regularien wegducken, kann er nicht respektieren. Das Land steckt in einer tiefen Krise, die reicht längst auch in die ehemals so stolze Freie Reichsstadt Überlingen hinein. Grüne Ideologie-Politik von Berufs- und Studienabbrechern, mögen sie auch zuweilen so gewichtig sein wie Jeckel selbst, ruinieren Tag für Tag ein Stück mehr von Jeckels Welt. Das kann ihm nicht gefallen!

"Net lang schwätze, mache Micha! Also schmeiß deinen Hut doch noch mal in den Ring, vielleicht ohne Parteizugehörigkeit und völlig frei zum Handeln. Zeit hast du jetzt genug- und der "Dorfer" läuft sowieso."

Sicher, viele von uns sind in einem Alter, wo sie nicht geglaubt hätten für Grundrechte oder Kinderschutz nochmal auf die Straße gehen zu müssen. Denn da stehen die Mutigen, Montag für Montag, die sich nicht weggeduckt haben, als ihre elementaren Grundrechte auf dem Altar der "Corona-Maßnahmenpolitik" eingedampft wurden.

Wenn wir nicht wollen, dass keiner mehr zur Wahl geht, dann brauchen wir Menschen wie Michael Jeckel, entweder um ihn zu wählen- oder um uns an ihm abzuarbeiten. Das gilt für alle Wahlen.

Wie auch immer, ich wünsche meiner Stadt einen beherzten Manager statt einem Verwaltungs-Apparatschik, oder einem grünen Großbauern mit Partikularinteressen. Eben einen Oberbürgermeister, der erkennt, dass maßlose Verkehrsberuhigung zum Tod der Innenstadt führt, weil irgendwann niemand mehr kommt. Ich gehöre zu den Überlingern, die sich in der Innenstadt kein großes Wohnzimmer mit Ruheoasen für gelangweilte Millionäre wünschen, sondern eine belebte Stadt mit florierendem Einzelhandel. Ich freue mich sogar, wenn ab und zu eine Vespa vorbei knattert. Das hat Flair. Ruhe gibt's im Kurviertel. Ich wünsche meiner Stadt einen OB- oder eine Obine, die mal ein Kissen oder ein Hemd- ja sogar eine Jacke kauft. Ein Meister für die Bürger eben, der auch mal ab und an ein Eis isst, Pizza oder Wurstsalat- und die Belange der Geschäftsinhaber und Wirte hört, und ernst nimmt.

Die sorgen nämlich dafür, dass nicht in naher Zukunft ein böser Witz die Realität geworden ist, der bisher für Meersburg galt: Überlingen ist zwar nur halb so groß wie der Zentralfriedhof von Chicago- aber dann doppelt so tot!

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