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Kinder boxen, und die Papas finden´s klasse!
- Kickboxen im Freien, Haus-Gala beim Muay-Thai-Gym-Mendez.
- Einen Steinwurf vom Andelshofer-Weiher erklingt die Samara.
- Väter von ganz jungen Kickboxern haben keine Angst um ihre Kinder.
Wenn am Sonntag die Libelle am Weiher zu AC/DC tanzt, dann ist "Haus-Gala" bei "Sebi". Übersetzt heißt das, es finden die Schaukämpfe im Freien des Kick-Box-Stalls "Muay-Thai-Gym-Mendez (MTGM) am Andelshofer-Weiher" statt. Sebastian "Sebi" Harms-Mendez ruft- und die Kick-Box-Szene strömt nach Überlingen. In sieben Kämpfen von 45 - 81 Kilogramm maßen sich Kick-Box-Newcomer aus vier regionalen Clubs, zwei der Kämpfe endeten durch Siege nach Aufgabe- davon der letzte mit Handtuchwurf, nach einer nicht ganz unumstrittenen Attacke von Jan Kammerer vom MTGM. Reiner "Rampensau" Jäckle gab wie immer den Ring-Ansager, und aus Lara Knops wurde Laaaaaraaaaa Knoooooops. Keine Sorge der Reiner nimmt die "Rampensau" so wie sie gemeint ist, als Kompliment. Sportlich gesehen war einiges geboten, die stattzeitung.org kann aber an dieser Stelle nicht zum Sport-Reporter werden, denn ehrlich gesagt reicht dazu unser Wissen über diesen Sport nicht aus.
Interessierten sei aber schon einmal die nächste "Haus-Gala" im Juli empfohlen, in dieser einmaligen Kulisse sind die Kämpfe etwas ganz Besonderes- und ein Besuch im "Stall" am Weiher lohnt sich immer. Man kann ganz spontan eintauchen in die Welt des asiatischen Kampfsports. Beim letzten Kampf am Sonntag, dem 11. Juni, ertönte sie dann auch, die eigentümlich-hypnotische Samara-Melodie, die den Kämpfer beim traditionellen Muay-Thai-Kampf begleitet. Glänzende durchtrainierte Körper schwitzten im gleißenden Sonnenlicht, gellende Schreie ihrer Trainer und Unterstützer feuerten sie an, laute Musik dröhnte aus den Boxen. Erstaunlich viele Familien waren gekommen, um bei diesem sportlichen Event dabei zu sein. Es ist die ganz besondere Atmosphäre des Box-Rings zwischen Bauernhäusern, Schuppen, Bäumen und Büschen nahe am Wasser, die so nur das "MTGM" bietet.
Im ersten Kampf des sommerlichen Spektakels traten zwei junge Mädchen gegeneinander an, Annabell Greiner und Mia Dettweiler. Bei diesen "Kinderkämpfen" gibt es keinen Verlierer, nur zwei Gewinner. Was bringt eigentlich Eltern dazu, ihren acht-/neunjährigen Kinder einen vermeintlich so aggressiven Sport zu erlauben, und zittern sie nicht unentwegt beim Training am Ring, in Erwartung von Verletzungen? Interessant waren die Antworten zweier Papas, die jeweils eine Tochter und einen Sohn im "Gym" haben. Der Vater eines knapp achtjährigen Jungen aus Überlingen hat diesen beim Kickboxen angemeldet, um ihm dadurch eine andere Art des Körperbewusstseins zu vermitteln. Wichtig ist ihm, dass dies in einem sportlich-fairen Umfeld geschieht. Für die Erziehungsberechtigten spielt der "Fun-Factor" der Kids die größte Rolle- Aggressivität dagegen keine.
Der Papa einer Neunjährigen, die bereits seit einem Jahr bei Mendez trainiert, ein Überlinger Geschäftsmann- den man so ganz und gar nicht mit Kick-Boxen in Verbindung brächte, führt er doch eine Kurklinik, erklärt: "Meine Tochter wollte das machen und hat großen Spaß dabei. Gravierend verletzt hat sie sich noch nie, das kommt beispielsweise beim Fußball sehr viel häufiger vor. Mir gefällt sehr der familiäre Umgang, den die Mitglieder hier untereinander pflegen. Faszinierend finde ich, dass jegliche Klassenunterschiede an der Garderobe abgegeben werden, hier sind alle einfach Boxer. Meine Tochter hat quasi eine neue Zusatz-Familie gefunden, und fühlt sich sehr wohl hier."
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