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Erneut Reichsbürger-Razzia. Johanna Findeisen festgenommen.
- stattzeitung.org mit einem vielleicht brisanten Detail.
- Gespräch im vergangenen Dezember mit der jetzt Verhafteten.
- Hat Findeisen nur einen harmlosen Brief an die Russen überbracht?
- Oder wollte die Frickingerin die “Reichsbürger” mit russischen Waffen ausstatten?
- Am Montagabend wurde Findeisen verhaftet.
- Der Vorwurf lautet Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung.
Wie der "Spiegel" und mehrere lokale Medien und Rundfunksender berichten, hat am Montag Abend eine erneute Razzia gegen die sogenannte "Reichsbürgerszene" stattgefunden. Dabei wurden drei weitere Personen festgenommen, darunter die im Bodenseekreis lebende und im Landesvorstand der Partei "DieBasis" aktive Johanna Findeisen. Die Generalbundesanwaltschaft legt Johanna Findeisen, bei der bereits im Dezember eine erste Hausdurchsuchung durchgeführt wurde, wie die stattzeitung.org berichtete (siehe "Darf man Johanna Findeisen öffentlich bloßstellen?", eine Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung zur Last. Alle drei Festgenommenen werden nun einem Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof in Karlsruhe vorgeführt. Der entscheidet dann auch im "Fall" Johanna Findeisen darüber, ob der Haftbefehl gegen sie vollzogen wird.
Am 13. Dezember 2022 titelte die stattzeitung.org "Darf man Johanna Findeisen öffentlich bloßstellen?", weil ein hiesiges Printmedium nach dem damaligen Polizeizugriff auf das Haus der 52-jährigen dreifachen Mutter ihren vollen Namen und ihren Wohnort genannt hatte. Die Journalisten des Lokal-Mediums begründen dies, laut Aussage der Betroffenen, mit der Stellung einer "Person öffentlichen Rechts" zu der Findeisen geworden wäre, weil sie bei der Bundestagswahl erfolglos für die Partei "DieBasis" kandidiert habe. Eine durchaus fragwürdige Feststellung, die jedoch sicher von den Anwälten des lokalen Medienhauses geprüft wurde. Im Zusammenhang mit einer Recherche zur damaligen Hausdurchsuchung und den Vorwürfen hatte sich die stattzeitung.org im Dezember 2022 mit Findeisen getroffen, ein Treffen mit den Redakteuren der Lokalzeitung hatte Findeisen damals abgelehnt.
Johanna Findeisen hatte im Dezember gegenüber der stattzeitung.org erklärt, sie wolle zu "Verfahrensfragen" auf Anraten ihrer Anwälte keinerlei Angaben oder Aussagen machen. In Akzeptanz dessen bezog sich das Interview mit Frau Findeisen rein auf Erklärungen zu ihrer emotionalen Ebene, und ihrem "Schock" über den sie sprach. Polizeikräfte hatten am frühen Morgen des 7. Dezembers 2022 die Türe ihres Hauses gewaltsam geöffnet.
Gewaltbereit, so dem Magazin "Spiegel" zu entnehmen, sei auch die "Reichsbürger-Gruppe" um ihren Anführer Heinrich XIII. Prinz Reuß, zu der Johanna Findeisen, laut Vorwurf der Bundesanwaltschaft, gehören soll. Die Gruppe habe versucht, über russische Diplomaten bis zum russischen Außenminister Sergej Lawrow und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin vorzudringen. Ein zugegebenermaßen äußerst ambitionierter Plan, zumindest für Johanna Findeisen, möchte man denken, wenn man die freundliche, zwar tatkräftige, aber dennoch auf erste Einschätzung eher harmlos wirkende Frau kennengelernt hat. Findeisen erzählte beim Treffen im vergangenen Dezember von ihrem multikulturellen Engagement bei ihrer interkulturellen Integrationsarbeit und betreute nach eigenen Angaben als Einzelfallhelferin auch Kinder mit einem Handicap.
Johanna Findeisen soll, so wirft man ihr jetzt vor, mindestens zweimal einen Generalkonsul der Russischen Förderration getroffen haben, mit dem Ziel Unterstützung für das "Reichsbürger Netzwerk" zu erhalten. In diesem Zusammenhang fällt ein Aspekt der Dezember-Recherche auf, der, weil als im Zusammenhang völlig banal und für nicht erwähnenswert betrachtet, keinen Eingang in die damalige Berichterstattung der stattzeitung.org fand:
Findeisen hatte erwähnt, sie wolle zu einer Demonstration in den Schwarzwald fahren, und in ein klassisches Konzert gehen. Die schmale blonde Frau spielt ein klassisches Musikinstrument. Bei dieser Soiree sei auch ein russischer Diplomat eingeladen. Ihm wolle sie einen Brief einer "Assange-Aktivistin" (Free-Julian-Assange) übergeben, worum diese Aktivistin sie gebeten habe. In diesem Brief würde der Wunsch geäußert, solle es jemals amerikanische Kriegsgefangene im "Ukraine-Krieg" geben, mögen die Russen beim Gefangenen-Austausch mit den USA den amerikanischen Präsidenten auch um die Freilassung für Julian Assange bitten. Ein eher rührender Versuch, so befand auch Findeisen, sie wolle der "Assange-Aktivistin" aber den Wunsch nicht abschlagen. Ohne hier falsche Zusammenhänge herzustellen, "floppte" dieses damals für belanglos gehaltene Detail beim Verfassen des heutigen Berichts wieder auf. Wir können Johanna Findeisen, die sich seit Montagabend in Haft befindet, dazu nicht befragen, und müssen uns in unserer heutigen Berichterstattung auf die offiziellen Quellen, die unter anderem der "Spiegel" zitiert berufen.
Sollte es sich bei den von der Justiz gegenüber Findeisen gemachten Vorwürfen betreffend einer "Aufrüstung der Reichsbürger" durch die russische Staatsspitze zumindest im Fall Findeisen um ein Missverständnis mit einer letztlich harmlosen Erklärung handeln?
Zur Festnahme von Johanna Findeisen erreichte uns eine Stellungnahme der Partei "DieBasis" der Johanna Findeisen angehört.
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