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Dr. Ellis Huber: "Der Erreger macht nicht die Krankheit. Das Auto macht nicht den Unfall."
Dr. Ellis Huber im Oster-Interview mit stattzeitung.org. Ein feines, aber sehr gehaltvolles Gespräch mit dem großen "Eldermann" der Gesundheitsprävention, über Selbstbestimmung, Lügen, Kontrollverlust- und Wege aus der geplanten Gesundheitskrise. "Krebszellen-Ökonomie" nennt Ellis Huber das "Kampfspiel um Pfründe" im deutschen Gesundheitswesen.
Ein Gespräch mit Ellis Huber ist etwas ganz Besonderes. Ruhig und klar spricht der Arzt und Organisator des ersten Deutschen Gesundheitstages, einer Gegenveranstaltung zum Deutschen Ärztetag, zu dem 1980 in Westberlin 12.000 Teilnehmer kamen, über die "Krebszellen-Ökonomie"- dem Kampfspiel um Pfründe im deutschen Gesundheitswesen.
Der Entwickler für Konzepte zu einem Bundeskrebsregister (1979) weiß in diesem Zusammenhang genau, was er sagt. Ellis (Erich) Huber kennt das Sozial- und Gesundheitswesen als ehem. leitender Mitarbeiter und langjähriges Vorstandsmitglied des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Berlin, weiß als ehem. Präsident der Berliner Ärztekammer Bescheid über die Gesundheitspolitik, als ehem. Vorstand einer Betriebskrankenkasse sind ihm die inneren Strukturen des "Apparates" genauso vertraut, wie der Stand der Wissenschaft unter anderem aus seiner Mitarbeit am "Public-Health" Institut der Universität Heidelberg-Mannheim.
Die Angst sei der eigentliche Virus, sagt Ellis Huber über "Corona" und fordert in diesem Kontext, es brauche Politiker, die bereit wären, sich zu schämen. Die angewandte "Bedrohungs-Strategie" soll die Bevölkerung folgsam machen, ganz im Sinne von autoritären Politikern wie dem Ministerpräsidenten Baden-Württembergs Winfried Kretschmann. Überhaupt attestiert der Arzt, der in Tuttlingen und Berlin-Spandau praktizierte und in Berlin lebt, den führenden Politikern von Bündnis 90/Die Grünen eine patriarchale Volksfürsorge. Huber, selbst seit Jahrzehnten Mitglied bei den Grünen, findet seine damaligen Gründe in diese Partei einzutreten heute nicht mehr repräsentiert. stattzeitung.org fragte ihn, ob er vergessen hätte auszutreten, oder die Mitgliedschaft eine Hommage an vergangene Zeiten sei.
stattzeitung.org traf Dr. Ellis Huber, eine Ausnahmepersönlichkeit mit ungeheuer großem Wissensschatz, bei seinem Osterurlaub am Bodensee. Es fielen spannende Sätze im "Ristorante Arena", und hochinteressante neue Ansätze, einer davon lautete sinngemäß: "Das bisherige Budget der Kassensätze liegt bei rund 60 Millionen Euro für die Gesundheit der Überlinger, was könnte man damit alles anders machen?"
Unermüdlich und seit Jahrzehnten setzt sich der mehrfache Buchautor, Liebe statt Valium, für eine ganzheitliche, also dem Menschen zugewandte Medizin ein. Seit 2004 ist Dr. Ellis Huber Vorstandsmitglied und seit 2007 Vorsitzender des Berufsverbandes der Präventologen. Es hat viel Freude gemacht, dem Mann zuzuhören, der für eine selbstorganisierte Zivilgesellschaft plädiert. Ellis Hubers leise und ruhige Stimme und die Worte, die er wählt, unterscheiden sich wohltuend von so manch "Quäker", die mit Halbwissen laut werden. Danke Ellis. Wir werden ihn wiedertreffen. Versprochen.
Ellis Huber besuchte das Friedrich-Gymnasium in Freiburg im Breisgau und studierte dort Medizin, Germanistik und Geschichte an der Albert-Ludwigs-Universität. 1978 erhielt er seine Approbation als Arzt nach Einsätzen an Krankenhäusern in Tuttlingen und Berlin-Spandau.
Huber war 1978 einer der Gründer und ab Januar 1979 der Geschäftsführer des gemeinnützigen "Medizinischen Informations- und Kommunikationszentrums – Gesundheitsladen Berlin e.V.". 1979 wurde er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-von-Pettenkofer-Institut beim Bundesgesundheitsamt und entwickelte Konzepte für ein Bundeskrebsregister. Huber war 1980 der Organisator des ersten Deutschen Gesundheitstages, einer Gegenveranstaltung zum 83. Deutschen Ärztetag 1980 in West-Berlin mit 12.000 Teilnehmern. In der Folge entstanden über 40 Gesundheitsläden in der Bundesrepublik Deutschland. 1981 war Huber Mitorganisator des zweiten Deutschen Gesundheitstages in Hamburg. Die zentralen Themen waren gesundheitsbezogene Selbsthilfe, Nachbarschaftshilfe und bürgerschaftliches Engagement. Das Bundeskabinett diskutierte über diese Veranstaltung.
Von 1981 bis 1986 war Huber Gesundheitsstadtrat (Dezernent), nominiert von der Alternativen Liste, heute Bündnis 90/Die Grünen, im Bezirksamt von Berlin-Wilmersdorf und Kreuzberg. Von 1986 bis 1991 war er zuerst Leiter der Abteilung gesundheitliche und soziale Dienste beim Landesverband Berlin e. V. des Paritätischen Wohlfahrtsverbands. Seit 1994 ist er dort bis heute Vorstandsmitglied. 1987 wurde er zum Präsidenten der Ärztekammer Berlin gewählt und hatte dieses Amt nach Wiederwahlen 1991 und 1995 bis Anfang 1999 inne.
Von 1999 bis 2001 war er zunächst Geschäftsführer der Securvita GmbH und von 2001 bis 2005 Vorstand der Securvita BKK in Hamburg. Nach seinem Ausscheiden arbeitete er als Projektentwickler, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für "Public-Health" der Universität Heidelberg-Mannheim sowie als Dozent an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder). Von 2010 bis 2013 war er erneut Vorstand der Securvita BKK. Darüber hinaus war Huber zehn Jahre (1993–2003) Vorstandsmitglied des IPPNW. Seit 2004 ist er Mitglied im Vorstand des Berufsverbandes der Präventologen und seit 2007 dessen Vorsitzender.
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