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Andersdenkende sollten zum Arzt, meint Professor Butter.
- Harmlos daherkommender Vortrag zu "Verschwörern" mit fataler Aussage.
- Professor Dr. Michael Butter zu Gast bei der SPD in Überlingen.
- "Schwurbler" sind hier meist ungefährlich, meinte der "Verschwörungs-Experte".
- Podium war sich einig, "Schwurbler" bräuchten psychotherapeutische Hilfe.
- "Schwurbler" im Publikum schwiegen aus Höflichkeit- oder weil es sich nicht lohnte, was zu sagen.
Würden Sie sich von einem Mann durch den "Dschungel" der gefährlichen und harmlosen "Verschwörungen" leiten lassen, der bereits auf der Autofahrt von Tübingen an den Bodensee verloren geht? Fast wäre das passiert, erklärte der Anglistiker und selbsterklärter "Verschwörungs-Experte" Prof. Dr. Michael Butter seinen Zuhörern im "knackevollen" Dorfgemeinschaftshaus (DGH) in Überlingen-Nussdorf. Er habe Glück gehabt, nicht in einem Dorf irgendwo im Nirgendwo gestrandet zu sein, dann hätte man ihn viele Jahre später tot in seinem Auto aufgefunden. Makaber, oder einfach nur blöd? Lustig fanden das die rund 200 Menschen die auf Einladung des SPD-Ortsvereins gekommen waren, um den von der EU (Europäische Union) beauftragten, und von der EU bezahlten Professor zum Thema: "Verschwörungstheorien: Gefahr für unsere Demokratie" zu hören. Im DGH herrschte Wohlfühlatmosphäre, denn bei wirklich sehr leckerem Hefezopf und Apfelschorle hörte man den "Verschwörungs-Professor" sinngemäß sagen: "Habt keine Angst, denn die gefährlichen Verschwörer gibt es überwiegend in den USA." Schnell ein Foto vom Sioux-Indianer im White-House hinterhergeschickt, so hat's auch jede(r) verstanden.
Schluss mit lustig. In der anschließenden Podiumsdiskussion entwickelte sich zwischen Professor Butter und einem sich als "rhetorisches Highlight der Veranstaltung" sichtlich selbst gefallenden Andreas Kruse (Psychologe und Politikberater) eine fatale Beurteilung und Empfehlung, wie mit uneinsichtigen "Verschwörern" hier zulande umzugehen wäre.
Die deutschen Verschwörer sind, laut Butter, zumeist ungebildet, haltlos und ängstlich, sie benötigen Therapie und Anlaufstellen- für betreutes Denken, mag manch ein "Schwurbler" im Publikum gedacht haben. Aber nein, Kruse und Butter vermuten psychische Schäden bei den Betroffenen, die am besten mit ärztlicher Hilfe, auch in neu zu schaffenden Beratungs- und Anlaufstellen zu "behandeln" seien. Gefährlich sind nicht die "Verschwörer", wie von den zitierten "Experten" festgestellt, gefährlich sind Anfangstendenzen, die Menschen als psychisch krank bezeichnen, nur weil sie eine andere Meinung als die in einem Land gerade adäquat übliche haben. Diese Anfänge führten in Deutschlands dunkelster Zeit dazu, dass "Denk-Eliten" in Irrenhäusern verschwanden- um das mal ganz deutlich zu sagen: Das geht nicht, Herr Butter, Herr Kruse, das darf ihnen auf einem solchen Podium nicht aus Versehen passieren, deshalb unterstelle ich ihnen eine böse Absicht.
Selbstverständlich gibt es "krude Spinner", die gefährlich sind, hier sind in erster Linie die Polizeibehörden gefragt. Im gerade gehörten Vortrag von Herrn Butter hatte dieser aber mehrfach gesagt, dass eine Gefahr durch die von ihm beschriebene Personengruppe nicht ausgehen würde. Was also soll dann diese Attitüde? Unbedachtsamkeit ist unangebracht.
Auch ein paar der Fans von der "Verschwörungs-Populistisch-Ideologisierten-Gegenöffentlichkeit", so bezeichnet der Tübinger Professor unter anderem den Friedensforscher Dr. Daniele Ganser hatten sich nach Nussdorf bemüht- selbsterklärend ohne rechte Freude an dem Vortrag zu finden. Heitere Mienen bei "eingeweihten Verschwörern" erntete der Vortragsredner jedoch über seine Beurteilung, alle Geschichten um den amerikanischen Milliardär u.v.w.m. George Soros seien eine Erfindung ungarischer Journalisten. Na ja, lieber Herr Prof. Dr. Butter, sie sind ein erklärter "Verschwörungs-Experte", wann und wo haben sie jemals eine Verschwörung aufgedeckt?
Im Zeitungsartikel über den Vortrag ist davon die Rede, dass die anwesenden "Schwurbler" still waren, weil sie offenbar nichts zu sagen hätten. Ganz ohne ihre Süffisanz liebe Verfasserin, haben sie sich einmal gefragt, ob das vielleicht daran liegen könnte, dass diese "Schwurbler" ganz einfach eine bessere Kinderstube genossen haben, als die "Omas gegen Rechts"- die bei einer Veranstaltung mit dem Historiker und Friedensforscher Dr. Daniele Ganser im letzten Jahr in Owingen den Vortragsredner, das Orga-Team und die 850 Gäste angeschrien haben. Zur Demokratie gehört Meinungsfreiheit und da ist es guter Stil den Andersdenkenden ausreden zu lassen.
Dass nun ein Publikum, zum Großteil bestehend aus SPD-Parteigängern, politischen Akteuren auf kommunaler Ebene und "Anti-Schwurbler-Ü-50" sich "gebauchpinselt" fühlte, zu den angstfreien Verantwortungsbewussten, und somit klar auf der "Gewinnerseite" der "Pandemisten" zu gehören, so erklärt von Professor und Podium, mag niemanden wirklich verwundern. Außer diejenigen, die sich in "Corona" keine "Spritze", keine "Maske", keine Isolation und keine Panikmache aufzwingen ließen- und eben tatsächlich angstfrei waren.
Das Podium, besetzt mit dem Amerikanisten Prof. Dr. Butter, Prof. Dr. h.c. Andreas Kruse, Psychologe, Gerontologe und Demograph, und Hilde Mattheis einer ehemaligen SPD-Bundestagsabgeordneten, geriet größtenteils zu einer Lobhudelei auf sich selbst, was man doch während der "Pandemie" alles richtig gemacht habe. Wie schon gesagt, angstfrei und allen Menschen zugewandt- Ups! Bis auf die angeblichen "Verschwörer", die "Schwurbler", die "Impfgegner", die "Coronaleugner", die "Covidioten", die "Braune Suppe", und und und.... denen hatte man ja bekanntermaßen den Dialog verweigert. Bis heute- aber geschenkt, sparen sie sich ihre Larmoyanz, die "dummen Schwurbler" wollen sie gar nicht mehr.
Aber Okay, das kann man bei der nächsten "Plandemie" ja besser machen, denn die "Schwurbler" sind ja gar nicht wirklich böse.... die wollen doch nur spielen, oder gesund bleiben- ohne "Gen-Therapie".
Immerhin hatte Professor Butter den meisten der als "Verschwörer" bezeichneten Menschen in Deutschland zugestanden, nichts mit Rechtsextremisten zu tun zu haben. Hoffentlich hat sich das der Großteil seiner Fans im DGH in Nussdorf hinter die Ohren geschrieben.
In Ordnung liebe SPD und Gäste von Vorgestern, rufen euch die "Verschwörer" zu, macht mal, wir haben euch lange zum Gespräch gebeten, ihr seid nicht gekommen. Und übrigens, was "Corona" und jetzt auch den "Krieg auf dem Gebiet der Ukraine" angeht: "You did not pay attention until were you told to". (Für nicht Anglistiker: Du hast nicht aufgepasst, obwohl man es dir gesagt hat).
PS: Gerne wollten wir für die Leser und Leserinnen der stattzeitung.org den Vortrag filmen, dies wurde uns nicht gestattet. Schade. So arbeiten wir und hätten das im Zuge der objektiven Berichterstattung für angemessen gehalten.
PPS: Wenn ihr liebe "Antischwurbler" es einmal wirklich ernst meint mit einem Dialog mit uns, dann kriegt ihr für eure nächste Veranstaltung vielleicht auch unsere Headsets und Lautsprecher... dann klappt's auch mit der Bühnentechnik ...
Nach seinem Abitur am Hellenstein-Gymnasium Heidenheim im Juni 1996 studierte Butter von 1997 bis 2003 Anglistik, Germanistik und Geschichte an der Universität Freiburg. Er schloss das Studium mit dem Ersten Staatsexamen für das Gymnasiallehramt und der Magisterprüfung ab. Der Titel seiner bei Manfred Pütz vorgelegten Magisterarbeit lautete Death and the Media in Selected Works by Don DeLillo. Von 2004 bis 2007 folgte ein Promotionsstudium der Amerikanistik an der Universität Bonn, das er mit einer Dissertation unter dem Titel The Epitome of Evil: Hitler in American Fiction, 1939–2002 bei Sabine Sielke beendete. 2012 wurde er an der Universität Freiburg im Breisgau mit der Schrift Plots, Designs, and Schemes: American Conspiracy Theories from the Puritans to the Present bei Wolfgang Hochbruckhabilitiert.
Butter war von 2013 bis 2014 Professor für Amerikanistik an der Universität Wuppertal. Seit 2014 ist er W-3-Professor für Amerikanistik an der Universität Tübingen und zugleich Leiter der Abteilung für US-amerikanische Literatur- und Kulturgeschichte.
Als seine Forschungsschwerpunkte benennt Butter Verschwörungstheorien, amerikanische Literatur und Kultur der Kolonialzeit und frühen Republik, Volkskultur, Film und Fernsehen (insbesondere zeitgenössische Fernsehserien), Helden und Heroisierungen, Narratologie, amerikanische Kultur nach 9/11 und Gegenwartsliteratur.
Mitgliedschaften Deutsche Gesellschaft für Amerikastudien
- International Society for the Study of Narrative
- Deutscher Hochschulverband
- 2005–2008 Mitglied und Ko-Koordinator des DFG-Netzwerks „The Futures of European (American) Studies“
- seit April 2008 Junior Fellow in der School of Language & Literature des FRIAS.
- seit April 2018 Initiator, Mitglied und Stellvertretender Vorsitzender (Action Vice Chair) des Projekts zur vergleichenden Analyse von Verschwörungstheorien (COMPACT – Comparative Analysis of Conspiracy Theories) der europäischen Rahmenorganisation zur Koordination von Wissenschaft und Technik (COST).
Quelle: Wikipedia.org
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