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ZAAVV räumt auf im Corona-Staat

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ZAAVV räumt auf im Corona-Staat
Bild: Stef Manzini
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Es ginge ihm um die Archivierung der verlorenen Rechte, die Aufarbeitung habe bereits begonnen, sagte Rechtsanwalt Alexander Christ im bis auf den letzten Platz gefüllten Kornhaussaal in Ravensburg. Am 8. Februar 2023 war der Berliner Jurist und Buchautor in die "Klaus-Schwab-Stadt", gekommen, um aus seinem Buch "Coronastaat" zu lesen, um das neu gegründete Zentrum "ZAAVV" vorzustellen- und beantwortete im Anschluss auch Fragen nach Michael Ballweg. Alexander Christ ist Sprecher der Anwälte für Aufklärung (AfA), und im Anwaltsteam zur Verteidigung Ballwegs. Zusammen mit seinem Kollegen Ralf Ludwig arbeitet Christ in dem von Ludwig gegründeten Zentrum "ZAAVV". "Corona ist doch vorbei, die Masken sind gefallen, denken manche, aber es ist eben nicht vorbei für alle, die während der letzten drei Jahre gelitten haben. Drei Jahre wurde die Menschlichkeit und die Menschenwürde verletzt, wir wollen das sowas nicht noch einmal passiert, deswegen gibt es "ZAAVV"", erklärte der Berliner Rechtsanwalt unter Beifall dem Publikum in der Stadtbücherei. Joachim Kaiser und Iris Cassier von der Partei "dieBasis" konnten sich über das große Interesse an der Veranstaltung der "Basis" freuen.

In seinem Buch "Coronastaat", einem Spiegel-Bestseller, geht Christ zurück ins Jahr 2020, und berichtet über seine Erfahrungen auch auf Demonstrationen in Berlin. Ab März 2020 habe er gewusst, was los sei, man habe dies alles wissen können. Er wäre zuvor nie auf einer Demonstration gewesen, was er am 18. November 2020 in der deutschen Hauptstadt gesehen habe, habe ihn tief getroffen und maßlos schockiert, berichtete Christ von seinen Erlebnissen. In der BRD sei die fehlende Gewaltenteilung das größte Problem. Wenn dies nicht gelöst würde, würden wir in diesem Land nicht mehr frei leben können, erklärte Christ, der über Montesquieu promovierte. Ein derartiges Staatsversagen in der BRD habe er noch nie erlebt, die Regierung mache, was sie wolle und verletze dabei die Gewaltenteilung. Alexander Christ nannte das Recht der Bürger auf Friedensverhandlungen als Beispiel und fragte: "Wer weist im Notfall die Macht der Regierenden in die Schranken?"

Lesen Sie hierzu gerne auch den s!!z-Bericht  "Das Konsortium der Unterdrückung" und "Das Ende der Höflichkeit, der Fall “Ballweg“".

Seit 3,5 Jahren befinde er sich im Kampf für die Einhaltung seiner roten Linie, er habe ein starkes Interesse an seiner Umwelt und ein "unbeeindruckbares" Rechtsbewusstsein, formulierte der Jurist seine Einstellung. Das Verfassungsgericht sei von Parteien besetzt, das könne man "komplett in die Tonne hauen", die Struktur sei das Problem- konstatierte Christ zur Rechtslage in Deutschland. "Sie denken vielleicht noch, die meinen es doch nicht böse mit uns. Nö. Nicht glauben. Die wollen was Böses", wandte sich Alexander Christ mit seiner Einschätzung an seine Zuhörerinnen.

Die Zuschauer machten nach der Lesung lebhaft Gebrauch, Fragen zu stellen, und mit dem Vortragenden ins Gespräch zu kommen. Eine Publikumsfrage von Marco Ligon, "wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass Lauterbach, Drosten, Wieler und Co. zur Verantwortung gezogen werden?" beantwortete Christ wie folgt: "Nur in sich komplett geschlossene Beweisketten haben in Den Haag (Internationaler Strafgerichtshof) Erfolg. Darum ist es so unglaublich wichtig, dass viele Menschen die Fragebögen auf "ZAAVV" ausfüllen. Wir brauchen Fälle."

Zur momentanen Situation von "Querdenken-Chef" Michael Ballweg, der seit Juni 2022 im Hochsicherheitstrakt des Gefängnisses Stuttgart-Stammheim sitzt, erklärte Alexander Christ auf viele Nachfragen: "Michael Ballweg ist ein zurückhaltender Mensch, am Anfang hatte er noch Hoffnung auf schnelle Entlassung, jetzt weiß er eindeutig, dass es sich um einen politischen Prozess handelt." Wann die Untersuchungshaft ende, wisse er nicht, da die Ermittlungsansätze ihnen nicht vorlägen, es gäbe auch keine neue Begründung, erklärte der Verteidiger von Michael Ballweg. Dieser habe in der Vergangenheit über 600 Briefe erhalten, "bitte schreibt weiter, das tut ihm gut", so Christ. Nach seiner Ehescheidung sei nun das gemeinsame Haus der Ballwegs verkauft worden, dies wäre ein ganz normaler Vorgang, Ballweg sei nie auf der Flucht gewesen. Die Scheidung liefe ja schon länger, erklärte der Anwalt und fügte an, dass Ballweg regelmäßig von seiner Familie Besuch erhielte, auch dem Hund ginge es gut.

Dr. Alexander Christ nahm sich wie immer viel Zeit für sein Publikum, der sympathische Jurist und Buchautor signierte mit seinem Füller, und beantwortete geduldig jede Nachfrage, der in langer Schlang anstehenden Menschen bis fast kurz vor Mitternacht. Eine Lesung mit Christ ist immer ein ganz besonderes Ereignis, auch weil der Autor dem Publikum nahe kommt, und nahe ist.

Alexander Christ, Jahrgang 1966, studierte Rechtswissenschaft, Politikwissenschaft, Philosophie und Germanistik in Augsburg und promovierte über Montesquieu. Er ist als Rechtsanwalt in Berlin tätig und engagiert sich seit Jahrzehnten für Freiheit, Grundrechte und Demokratie. Die Corona-Entwicklungen haben ihn von Anfang an mit großer Sorge um den deutschen Rechtsstaat erfüllt. Dem Angstverdikt setzt er die Freiheitsliebe entgegen. Er ist Mitautor des Spiegel-Bestsellers "Die Intensiv-Mafia", und seit 2021 als Pressesprecher der "Anwälte für Aufklärung" aktiv. Ebenfalls ist Christ Sprecher des Anwaltsteams "Ballweg".

Lesen Sie hierzu gerne auch den s!!z-Bericht "ZAAVV - Jetzt kann jeder mithelfen, damit nichts untergeht".

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