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Selbst urteilen sticht Vorurteile.

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Selbst urteilen sticht Vorurteile.

Hier ist, wie versprochen, der komplette Redebeitrag von Major a. D. Florian Pfaff, der als Hauptredner am vergangenen Samstag auf der Friedensdemo in Überlingen sprach.

Florian Pfaff zum aktuellen Krieg in der Ukraine, zu den Hintergründen, der Rolle Russlands und der USA, und dazu welche Rolle die Bundeswehr in diesem Krieg nicht spielen darf. Der Major ist Friedensaktivist und spricht sich gegen weitere Waffenlieferungen aus Deutschland in das Kriegsgebiet und für Friedensverhandlungen aus. Pfaff ist Mitglied bei der Basisdemokratischen Partei „dieBasis“, und verweist zur Unterfütterung seiner Thesen auch auf Dr. Daniele Ganser, den Friedensforscher aus der Schweiz. Florian Pfaff ist unter anderem mit der Carl-von-Ossietzky-Medaille ausgezeichnet worden.

Aufrechter Mann, der zu seinen Überzeugungen steht, oder verschwörerischer Sektierer, zu dem ihn der lokale Mainstream stempelt? Dazu erreichte die Redaktion auch ein bemerkenswerter Kommentar von Claus Kittsteiner, von der Friedensregion Bodensee, der auf der Friedensdemo einen Text von Bert Brecht vorlas. Urteilen Sie also selbst, denn das ist was zählt!

Der folgende Infokasten ist ganz bewusst in leicht gekürzter Form größtenteils aus Wikipedia ausgewählt worden.

Florian Pfaff kam 1976 als Wehrpflichtiger zur Bundeswehr, wurde Zeitsoldat und schlug die Offizierslaufbahn ein. Zwischen 1978 und 1981 studierte er Pädagogik an der Universität der Bundeswehr München und wurde Berufssoldat.

Am 20. März 2003 verweigerte er einen Befehl, der seines Erachtens zu seiner indirekten Mitwirkung am Irakkrieg geführt hätte. Nach einer einwöchigen angeordneten psychiatrischen Untersuchung ergab sich kein krankhafter Befund. Am 21. Juni 2005 sah sich Florian Pfaff durch das Bundesverwaltungsgericht (BVerwG) rehabilitiert. Die zuvor vom Truppendienstgericht Nord in Münster ausgesprochene, jedoch nie rechtswirksame Dienstgradherabsetzung zum Hauptmann wurde aufgehoben. Die Staatsanwaltschaft stellte das Ermittlungsverfahren (wegen Gehorsamsverweigerung und Ungehorsams) gegen ihn ein. Seither ist Pfaff aktiv in der Friedensbewegung tätig. Florian Pfaff ruft alle Bundeswehrangehörigen im Fall befohlener Teilnahme an solchen Kriegen zur Gehorsamsverweigerung und zur Ablehnung direkter und indirekter Unterstützung, sowie die Öffentlichkeit zur Beendigung der Anstiftung von Soldaten zur ungesetzlichen Mitwirkung an Angriffskriegen.

Ein Buch von Pfaff mit den Details zum "Fall" Pfaff bzw. den Maßnahmen der Bundeswehr zur Sicherstellung der Einsatzfähigkeit auch im Fall von Angriffskriegen erschien am 12. März 2008.

Im Mai 2013 wurde Pfaff in den Ruhestand versetzt.

Pfaff ist seit 2019 Sprecher des Arbeitskreises Darmstädter Signal, und mit mehreren Preisen ausgezeichnet. 2006: Nominierung für den taz-Panter; 2006 (zusammen mit Bernhard Docke): Carl-von-Ossietzky-Medaille der Internationale Liga für Menschenrechte; 2007: AMOS-Preis für Zivilcourage in Kirche und Gesellschaft der Offenen Kirche; 2008: World Citizen Award 2008.

Bild: Stef Manzini
Bild: Stef Manzini
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