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Diese Leute!
Deutschland hat neue Extremisten, ja Terroristen! Über 3.000 Polizisten nahmen in einer groß angelegten Anti-Terror-Aktion am vergangenen Mittwoch, den 7. Dezember 2022 eine Gruppe von 25 Personen fest, darunter eine ehemalige Richterin am Landgericht und ehemals Bundestagsabgeordnete der AfD, einen in der Wolle gefärbten Prinzen, und KSK-Kräfte. Dazu wurde eine Kaserne der Kommando-Spezial-Kräfte (KSK) in Calw gestürmt. Die festgenommenen Personen sollen der Reichsbürgerszene angehören und in Deutschland einen Umsturz geplant haben. Auch im Bodenseekreis wurde in Frickingen im Haus der Landespolitikerin Johanna Findeisen von der Partei „die Basis“ eine Razzia durchgeführt. Johanna Findeisen wurde nicht verhaftet.
Markus Lanz, Late-Night-Talker im ZDF und seine Runde vom Mittwoch haben bereits die "Mitverschwörer" derer ausgemacht, die sich jetzt wegen „Umsturz“ der demokratischen Grundordnung Deutschlands vor dem Generalbundesanwalt verantworten müssen, und ihr Urteil gefällt. Es fällt gegen: „Diese Leute“! Die Hausdurchsuchung bei Johanna Findeisen lässt jedoch den Hauch eines Zweifels an der Ernsthaftigkeit der bundesweiten Großaktion aufkommen. Wer die sozial sehr engagierte Frau kennt, kann kaum auf den Gedanken kommen sie bei der oben genannten Personengruppe zu verorten und hat große Mühe damit, Johanna Findeisen als „gewaltbereit“ einzustufen. Nach ersten Angaben hat man bei den bundesweiten Hausdurchsuchungen zwei Langwaffen, mehrere Armbrüste und Bögen sichergestellt.
Verschwörungs-Extremisten alla QAnon, Querdenker, Corona-Demonstranten, Telegram-Gruppen, Pro-Russland und Klima-Aktivisten sind von den „Talkern“ in Sippenhaft genommen. Alles das selbe Potential, ist man sich sicher. Von einem gewissen Wahnsinn und von einer Mitmach-Ideologie spricht Melanie Amann (Spiegel). Der Begriff „Deep State“ wäre ein Indiz für Verschwörungs-Extremismus sind sich Czaja (CDU), Fiedler (SPD) und Sundermann (Journalist) sicher. Antisemitismus inbegriffen. Die Demokratie habe „diese Leute“ verloren. „Diese Leute“ wären abgedriftet. Der „Coronamaßnahmen-Sprech“ (der Maßnahmen-Kritiker und Demonstranten auf der Straße?) sei inhaltsgleich mit dem was sie hier sehen würden, (ver)urteilte die Talkrunde ganze Bevölkerungsgruppen. Der SPD-Abgeordnete Sebastian Fiedler stufte die Gefährlichkeit „dieser Leute“ hoch und viel gefährlicher als den NSU ein (eine Bande von rechtsextremen Mördern), da sie über Know-How und Finanzen verfügten, und aus der Mitte der Gesellschaft kämen.
Auf den Demonstrationen des zu Ende gehenden Jahres in Überlingen, Konstanz, Ravensburg, Stockach, Baden-Baden, Nürnberg, Wien und Berlin habe ich „diese Leute“ nicht gesehen. Wie erkennt man sie? Niemand mit dem ich mich auf den Demos oder Veranstaltungen unterhalten habe, es waren Familienväter, Mütter mit Kindern, Ärzte, Juristen, Arbeiter, Pflegekräfte, Unternehmer, Studenten und sonst wer, hat sich mir gegenüber im Gespräch als Extremist zu erkennen gegeben- oder gesagt, er plane einen Umsturz in Deutschland. Viele Menschen, denen ich zugehört habe, wünschen sich allerdings große und weitreichende Veränderungen. Diese „neue und bessere Welt“ betrifft so ziemlich alles: Gesundheitssystem, Schulsystem, Sozialsystem, Geldsystem, Umweltschutz- nur dass die Menschen, die ich traf diese Veränderungen gewaltfrei herbeiführen wollen. Dafür werden sie in den Mainstream-Medien oft belächelt bis verhöhnt. Das nehmen „meine Leute“ in Kauf, schön ist es nicht, aber sie haben sich für eine gewaltfreie Protestform entschieden. Gewaltbereit hingegen waren Polizisten, die auf Demos unter anderem in Berlin Wasserwerfer mit Pfefferspray und Schlagknüppel gegen Menschen einsetzten, die Friedenstauben und Herzchen hochhielten.
Ich spreche mich in aller Entschiedenheit gegen jegliche Gewalt aus und dazu gehört auch ein gewaltsam herbeigeführter Umsturz in meinem Heimatland. Allerdings kenne ich weder die Gruppe der jetzt festgenommenen Personen, noch kann ich behaupten, deren Gedankengut zu kennen. Ich benötige dazu weitere Informationen, um mir ein Bild zu machen. Wer allerdings Gewalt gegen Sachen oder Personen ausübt, ist zu verurteilen, und zwar ginge es nach mir, in diesem wie auch in allen anderen Fällen, von lupenreinen Juristen, die nach dem Gesetzbuch handeln- und nicht nach Ideologien. Von den Leitmedien, auch ihren selbsterklärten Qualitätsjournalisten, auch ihren hochbezahlten Moderatoren einer Talkshow, erwarte ich gefälligst neutral und wahrheitsgemäß über die Vorgänge, der jetzt festgenommenen „Reichsbürger“ und ihren konkreten Plänen zu berichten.
Gefährlich ist meiner Meinung nach das „über einen Kamm scheren“ aller Menschen, die Veränderung in diesem Land wollen. Das machen Lanz, Czaja, Amann, Fiedler und Sundermann so ganz „en passe“ an einem Mittwochabend. Jede und Jeder, der sich jetzt noch auf Deutschlands Straßen und Plätzen versammelt, um gegen die Bundesregierung und deren Gesundheitspolitik, beispielsweise betreffend „Corona“, gegen die Waffenlieferungen an die Ukraine zu demonstrieren, gehört defakto zu „diesen Leuten“. Bereits während der angeblichen „Pandemie“ sorgte diese Pauschal-Verurteilung für eine Spaltung im Land, die bis heute wirkt. Jetzt legt man nach- und es wird schlimmer. Fortgesetzte Haft, ich nenne es, „Beugehaft“ gegen Michael Ballweg, hohe Geldstrafen und Vorstrafen gegen Ärzte, die Maskenatteste ausstellten, berufliche Konsequenzen für querdenkende Beamte, die sich, so wie mir ihre Anwälte schildern, keines Verbrechens schuldig gemacht haben, wie anscheinend die jetzt festgenommenen Reichsbürger, sprechen Bände.
Geht es nach dem Wunsch und Willen von Markus Lanz und seinen Gästen ist jetzt Tür und Tor geöffnet für den finalen Schlag gegen alle die von ihrem Grundrecht auf friedlichen Protest in diesem Lande Gebrauch machen. Denn sie gehören ja alle zu „diesen Leuten“. Es bleibt zu hoffen, dass sich nicht wie bei „Corona“ gesehen der „Mainstream“ orientierte Mensch das Vorurteil und die Hetze der „Talker“ zu eigen macht, und so eine Legitimation dazu herleitet, „diese Leute“ anzugreifen. Dann, genau dann, hätten wir eine Szenerie die wirklich brandgefährlich wäre- und die wir alle gemeinsam in Deutschland nicht haben wollen. Herbeigeführt durch „Herrn Biedermann“ und seine „Brandstifter“.
Ein Journalist der „Free Assange“ ruft, ist ein Terrorist, eine Hebamme, die keine Maske tragen will, ist extremistisch, eine Mutter, die ihr Kind nicht gen-manipulieren lassen will, eine Verschwörerin, wer sich gegen Waffen und Krieg ausspricht, ist Q-Anon, und wehe wem das Wort „Deep State“ rausrutscht, der plant einen gewaltsamen Umsturz...wer also sind „diese Leute“?
Unfassbar, dass ich für die Vorverurteilung vieler liebgewonnener Freunde durch „diese Leute“ wie Lanz & Co, auch noch vom Staat erzwungene Rundfunkgebühren zahlen muss. Den nächsten Gebührenbescheid werde ich vor lauter Wut zerreißen. Die Papierschnipsel werde ich aber danach dann einsammeln und brav in die Papiermülltonne stecken. So gefährlich bin ich eben.
Gefährlich könnte dagegen eine neue große Hetzkampagne werden, so unterstelle ich glatt und sauber, die der „Talk-Profi“ Markus Lanz, der seine Gästen enervierend nachbohrend befragt und sich am liebsten selber reden hört, nicht aus Versehen anstößt. Hilfe erhält er dabei von Melanie Amann, der Spiegel-Frontfrau, die sich genau wie Lanz bereits während der „Pandemie“ dadurch auszeichnete, einen nicht unerheblichen Teil der Menschen in diesem Land unter Generalverdacht zu stellen, und auf das Übelste zu diffamieren.
Der schlimmste Mensch im ganzen Land ist immer noch der Denunziant!
Zum Kommentar der Bericht der stattzeitung (Berlin, Überlingen, Baden-Baden, Konstanz. Free Assange! Es wird eng!).
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