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Frieden schaffen mit Allzweckwaffen?
- 700 Teilnehmer bei Demonstration in Überlingen.
- Kritik an Impfpflicht und Ukrainekrieg wurde laut.
- Hauptredner wagte Erklärungen zum globalen Pandemiegeschehen.
- Berichterstattung im Südkurier sorgt für Irritationen bei Veranstaltern.
Krieg gegen das Virus. Krieg gegen die Ungeimpften. Krieg gegen die Ukraine. Wobei nur der letztgenannte tatsächlich mit Bombenhagel weit über die Kriegsrhetorik hinausgeht, die Ruth Meishammer in ihrer Begrüßungsrede an die rund 700 Demonstranten am vergangenen Samstag, dem 19. März 2022 thematisierte. Die Mitveranstalterin der Demo „Wir sind die rote Linie“ erklärte dazu: „Es ist doch ein Irrglaube, dass man mit Säbelrasseln etwas erreicht.“ Sie müsse lügen, wenn sie hier konstatiere, dass schon viel erreicht worden sei in Sachen „Corona-Maßnahmen-Kritik“, bekannte Meishammer. Immerhin müsse man bei dieser Veranstaltung keine Masken mehr tragen, aber die „Impfpflicht“ stehe noch sehr präsent im Raum, so Meishammer. Die freie Journalistin, die unter anderem für ARD-Hörfunkredaktionen zum Thema „Rechtsextremismus“ gearbeitet hat, sieht vor allem ursächlich im Sprachgebrauch eine Hinbewegung zur jetzt umgesetzten Aufrüstung in Deutschland und den gerade beschlossenen 100 Milliarden Sonderausgaben für die Bundeswehr. Olaf Scholz‘ Rede von der ausgepackten „Bazooka“, einer Handpanzerabwehrwaffe, im Zusammenhang mit dem Corona-Virus kann hierfür durchaus als Beispiel gelten, mit welchen Mitteln man seitens der Regierung einem Virusgeschehen gegenübertreten wollte. Meishammer forderte die Teilnehmer der Demonstration dazu auf, sich mit der alten Friedensbewegung zu verbinden: „Was können wir gemeinsam tun? Das wäre eine echte Chance“, bat sie die Anwesenden. Eine konkrete Einordnung des Kriegsgeschehens zwischen Russland und der Ukraine fiel Meishammer genauso schwer wie vielen Menschen, die abseits simpler Überschrift-Antworten tiefer in das sehr komplexe Geschehen eintauchen. Dies gaben Ruth Meishammer und Johanna Findeisen von der Partei ‚die Basis‘ im Verlauf der Veranstaltung unumwunden zu. Der teilweise sehr aggressive Umgang im Sprachgebrauch gegenüber Menschen, die sich dem medizinischen Eingriff der Impfung gegen das Corona-Virus nicht unterziehen wollen und Corona-Maßnahmen kritisieren und beispielsweise mit der Bezeichnung „Sozialschädlinge“ belegt werden, findet seine Entsprechung nun in der Verurteilung alles Russischen. Ein sichtbares Zeichen für Frieden statt Krieg setzten die Demonstranten mit den über 300 weißen Friedenstauben, die weltweit als Symbol des Friedens gelten, und die der Südkurier in seinem Artikel zur Demo als „Allzweckwaffe“ bezeichnete. Wären die hölzernen weißen Friedenstauben doch nur die Allzweckwaffe auf allen Ebenen gegen Hass, Gewalt, Spaltung und Krieg, die sich der Verfasser des Zeitungstextes wohl so sehnlich wünscht, man könnte ihm die Wortwahl seiner Überschrift "300 Friedenstauben als Allzweckwaffe" fast verzeihen.
Hauptrede zum „Global-Club“ von Christoph Betz, Gitarrenlehrer aus Überlingen
Antworten auf die Fragen: „Was sind die Pläne der Mitglieder des „Global-Club“ für unsere Welt und wie schaffen sie es, ihre Ziele im derzeitigen politischen System umzusetzen?“ versuchte Hauptredner Christoph Betz zu liefern. Grundlage dafür, so erklärte er, sei das Buch „Inside Corona“ von Thomas Röper.
Die finanziellen Verflechtungen der „Bill and Melinda Gates Foundation“ mit den Pharma-Konzernen Pfizer und Biontech, der GAVI ( globale Impfallianz) und der WHO (Weltgesundheitsorganisation) waren ebenso Thema wie die Rolle des WEF (Weltwirtschaftsforum) in der gesamten Corona-Pandemie. Der komplette Text seiner Rede finden Sie in der angehängten PDF-Datei.
Empörung über Berichterstattung
Ruth Meishammer, Mitveranstalterin der Demonstration „Wir sind die rote Linie“ zur Berichterstattung des Südkuriers darüber. Meishammer hat diesbezüglich auch einen Brief an die Chefredaktion und die Lokalredaktion des Südkurier geschrieben, in dem sie ihre Kritik äußert.
Ich war empört, verstört und auch verletzt, als ich den Bericht unter dem suggestiven Titel „300 Friedenstauben als Allzweckwaffe“ las. Man kann ja durchaus darüber streiten, ob das pazifistische Symbol der Friedenstaube, das wir bei unserer Demo verwendet haben, das geeignete ist als Reaktion auf Putins Angriff auf die Ukraine. Man kann darüber streiten, ob unser Appell für Abrüstung und militärische Zurückhaltung Deutschlands adäquat ist in der Situation, die wir jetzt vorfinden. Aber ich finde es journalistisch unseriös, eine friedenspolitische Position, die ja durchaus auch von zivilgesellschaftlichen Organisationen wie etwa IPPNW (Ärzte für den Frieden) vertreten wird, so wenig ernst zu nehmen. Die Friedensbotschaft, die wir am Samstag in die Welt getragen haben, ist keine Allzweckwaffe. Sie hinterfragt vielmehr, ob Waffen wirklich das geeignete Mittel sind, Putins Waffen zum Schweigen zu bringen. Unsere Friedenstauben waren Ausdruck des Innehaltens und der Besinnung auf Alternativen zur aktuell überlauten Kriegsrhetorik. Wenn ich sage, dass die aktuelle westliche Kriegsrhetorik mir brandgefährlich erscheint und für mich eine Bedrohung darstellt, dann relativiere ich damit nicht die Kriegsrhetorik und Kriegshandlungen Putins, wie der Autor des Südkurier es mir unterstellt. Ich stelle mitnichten beides auf eine Stufe. Ich insistiere lediglich auf einer kritischen Hinterfragung der aktuellen Regierungspolitik, weil ich begründete Sorge habe, dass diese den Konflikt eskaliert.
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